Auch in Luxemburg – 1500 Menschen protestieren für George Floyd
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Auch in Luxemburg1500 Menschen protestieren für George Floyd

LUXEMBURG – Auch im Großherzogtum hat sich vor der amerikanischen Botschaft eine große Menschenmenge versammelt, um gegen Rassismus und Polizeigewalt zu demonstrieren.

Es ist das Echo eines unerträglichen Videos, das – mehr als 7000 Kilometer von Minneapolis entfernt – widerhallt. Am Freitag versammelten sich laut Polizeiangaben rund 1500 Menschen vor der amerikanischen Botschaft, um Rassismus und Polizeigewalt anzuprangern, mehr als zehn Tage nach dem Tod von George Floyd.

Viele junge Menschen, Schüler, Afroamerikaner, Luxemburger und Einwohner aller Herkunft schrien ihren Ärger mit Slogans wie «Blacks lives matter», «I can’t breath», «Life» heraus. Während die Reden auf Englisch, Französisch und Portugiesisch vorgetragen wurden, knieten sich die Demonstranten regelmäßig auf den Boden und wiederholten die Geste des American Footballers Colin Kaepernick, als wollten sie ihren Widerstand gegen Polizeigewalt symbolisieren. Dazu ertönten Lieder von Beyoncé, Kendrick Lamar und 2Pac.

« Lasst uns zeigen, dass Luxemburg nicht schläft »

Die Proteste waren lautstark, aber völlig friedlich. In den Reden wurde zum Widerstand gegen «systematischen Rassismus» aufgerufen, wie Itopa, ein 33-jähriger Deutsch-Nigerianer aus Trier erklärte. «Luxemburg ist ein multikulturelles Land mit vielen Menschen afrikanischer Herkunft. Es ist positiv zu sehen, dass so viele Menschen für die gleiche Sache zusammenkommen.» «Es ist wichtig, dass unsere Stimme gehört wird, wie in New York, Los Angeles, Paris oder Berlin. Lasst uns zeigen, dass Luxemburg nicht schläft», rief ein anderer Aktivist.

«Um die Wahrheit zu sagen, würde ich gerne dort sein, um mit meiner Familie und meinen Freunden zu demonstrieren, sagte Vanessa, eine Amerikanerin, die seit drei Jahren in Luxemburg lebt. «Ich spüre ihren Schmerz, auch wenn ich weit weg bin. Aber es macht mich glücklich, so viele Menschen für unsere Sache versammelt zu sehen. Viele Menschen machen sich die Mühe, unseren Schmerz zu verstehen, und das ist das Wichtigste», so die junge Frau.

Die von dem antirassistischen Verein Lëtz Rise Up organisierte Veranstaltung war für die Verantwortlichen des gemeinnützigen Vereins ein durchschlagender Erfolg. Die Präsidentin Sandrine Gashonga forderte, dass die Gesellschaft sich selbst hinterfragen und sich ihren tief verwurzelten Problemen stellen müsse. «Ich wende mich auch an die Weißen: Kommen Sie nicht nur an einem Freitag zu einer Demonstration. Fragen Sie sich, was Sie jeden Tag tun, um den Rassismus zu bekämpfen.»

(L'essentiel)

Reaktion des US-Botschafters J. Randolph Evans

Der amerikanische Botschafter in Luxemburg, J. Randolph Evans, reagierte auf die Proteste mit einer Pressemitteilung. «Ich habe Sie gehört und ich danke Ihnen für Ihre friedliche Demonstration, damit auch andere Sie hören können. Als Amerikaner müssen und werden wir unsere Bemühungen einzeln und als Nation fortsetzen, um auf eine vollkommenere Einheit hinzuarbeiten und die heiligen Verpflichtungen, die wir einander in unserer Verfassung gegeben haben, vollständig und vollständig zu erfüllen.»

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