Studie – 16- bis 24-Jährige sind am einsamsten

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Studie16- bis 24-Jährige sind am einsamsten

55.000 Menschen wurden in der weltweit größten Einsamkeits-Studie befragt. Das Gefühl der Isolation zieht sich durch alle Altersklassen – bei jungen Erwachsenen besonders stark.

Single sad teen holding a mobile phone lamenting sitting on the bed in her bedroom with a dark light in the background

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Antonioguillem

Einsam sind nur die Alten? Eher nicht. Die Umfrage des BBC Loneliness Experiments zeigte jetzt nämlich, dass Menschen zwischen 16 und 24 Jahren am einsamsten sind. Ganze 40 Prozent dieser Altersgruppe sagen, dass sie sich häufig bis ständig einsam fühlen. Überraschend: Bei den Über-75-Jährigen sieht's komplett anders aus – nur 27 Prozent von ihnen fühlen sich isoliert.

Aber nicht nur die Gen Z hat mit Einsamkeit in ihrer Jugend zu kämpfen. Es ist ein klassischer Abschnitt im Leben, in dem Einsamkeit häufig vorkommt: Die Studie fand heraus, dass sämtliche Teilnehmer sich rückblickend in der Zeit als junge Erwachsene am einsamsten gefühlt haben – und diese Einsamkeitsphase auch als die schlimmste wahrnahmen.

Social Media ist nicht schuld

Laut den Forschern wurde damit gezeigt, dass Social Media nicht der Hauptgrund für Einsamkeit ist – schließlich gab's in Omis und Opis Jugend noch gar kein Insta und Co. Eher liegt es an dieser schwierigen Übergangszeit – von Zuhause ausziehen, die Uni anfangen oder in die Arbeitswelt einsteigen – die junge Erwachsene von den Menschen trennt, mit denen sie aufgewachsen sind. Sie sind so sehr mit ihrem neuen Leben beschäftigt, dass sie soziale Kontakte vernachlässigen und sich dadurch isoliert fühlen.

Nichtsdestotrotz kann sich Einsamkeit auch positiv auswirken: Die Studie fand heraus, dass Menschen, die sich oft einsam fühlen, mehr Empathie haben. Für den sozialen Schmerz anderer (wie gemobbt zu werden, nicht zu einer Party eingeladen zu sein oder vom Partner betrogen zu werden) wiesen einsame Menschen weitaus mehr Mitgefühl auf, als Personen, die sich nicht einsam fühlten. Die Forscher erklären sich diesen Unterschied damit, dass Einsame möglicherweise öfter Situationen erlebt haben, in denen sie ausgeschlossen wurden und sich somit besser in andere hineinversetzen können.

(L'essentiel/Alisa Fäh/Friday)

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