Wikileaks-Coup – 168 Mitteilungen aus Luxemburg enthüllt

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Wikileaks-Coup168 Mitteilungen aus Luxemburg enthüllt

LUXEMBURG - Unter den 251 297 von Wikileaks enthüllten Dokumenten, die schonungslos die Weltsicht der USA offenbaren, sollen auch 168 Mitteilungen aus dem Großherzogtum sein.

Unter den veröffentlichten Dokumenten sind auch 168 Mitteilungen von Mitarbeitern der US-Botschaft auf dem Limpertsberg, davon zwei «streng geheime».

Unter den veröffentlichten Dokumenten sind auch 168 Mitteilungen von Mitarbeitern der US-Botschaft auf dem Limpertsberg, davon zwei «streng geheime».

Editpress

Wie denkt Amerika wirklich über das Großherzogtum? Wird Premierminister Jean-Claude Juncker als guter Verhandlungspartner eingeschätzt? Diese Fragen stellten sich am Montagmorgen wohl viele nach der Veröffentlichung von 251 297 Dokumenten, in denen amerikanische Botschaftsmitarbeiter ihre Weltsicht nach Washington abschickten.

Insgesamt 168 der Mitteilungen stammen aus dem Großherzogtum, vor allem aus den Jahren 2006, 2007 und 2009, wie eine Grafik des deutschen Nachrichtenmagazins «Der Spiegel» zeigt. Darunter sind auch zwei als streng geheim eingestufte Dokumente sowie vier «Geheime». Doch was darin steht, ist zur Zeit nicht herauszufinden.

Dokumente nicht mehr online?

Es gebe keinen Grund zur Aufregung, sagte Außenminister Jean Asselborn der zuständigen Abgeordnetenkommission. Die Dokumente, die Luxemburg betreffen, sind zum Großteil nicht online zu finden.

Die Internetplattform Wikileaks hatte 251 297 - zum Teil geheime - Mitteilungen aus amerikanischen Botschaften in der ganzen Welt an fünf international anerkannte Zeitungen gegeben. Der Spiegel, Le Monde, The Guardian, New York Times und eine spanische Zeitung hatten am Montag erste Auszüge veröffentlicht.

Neue Enthüllungen in kommenden Wochen

Darin wurde die amerikanische Einschätzung von Spitzenpolitikern veranschaulicht: So sei laut der Dokumente die deutsche Kanzlerin Angela Merkel, die als «Teflon-Merkel» bezeichnet wird, keine «verbindlich» handelnde Partnerin. Russlands Ministerpräsident Putin wird als «Alpha-Rüde» bezeichnet.

Ein Schlaglicht wird in den Dokumenten auch auf schwierige politische Prozesse, etwa im Iran geworfen. So hätten Israel genauso wie arabische Verbündete die USA zu einem Militärschlag gegen Teheran gedrängt. In den kommenden Tagen und Wochen wollen die fünf Zeitungen neue Enthüllungen drucken.

Plattform nicht erreichbar

Die journalistisch aufbereiteten Dokumente werden dann auch auf der Plattform von Wikileaks veröffentlicht. Die Seite war jedoch seit Sonntagabend durch zu starke Besucherzahlen oft lahm gelegt. Auch wurde vermutet, dass Angriffe im Internet die Plattform unerreichbar machten.

(L'essentiel Online)

Australien will Wikileaks-Gründer strafrechtlich verfolgen

Nach den Enthüllungen von Wikileaks über das diplomatische Gebaren der USA hat Australien der US-Regierung Unterstützung bei einer Strafverfolgung des Enthüllungsportals und seines Mitbegründers Julian Assange zugesichert. Sein Land werde alle rechtlichen Schritte der USA gegen Wikileaks und dessen australischen Mitbegründer Assange unterstützen, sagte Australiens Justizminister Robert McClelland in Canberra.

"Die USA werden die führende Regierung in dieser Angelegenheit sein, aber sicherlich werden die australischen Behörden behilflich sein", fügte der Minister hinzu.

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