Gesundheit – 2 Prozent der Luxemburger sind 2050 demenzkrank

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Gesundheit2 Prozent der Luxemburger sind 2050 demenzkrank

LUXEMBURG – Die Alterspyramide verschiebt sich auch im Großherzogtum langsam hin zu den «älteren Semestern». Das setzt das Gesundheitssystem unter zunehmenden Druck.

Demenz macht den Alltag für Betroffene und Angehörige kompliziert.

Demenz macht den Alltag für Betroffene und Angehörige kompliziert.

DPA/Jens Kalaene

Klimakrise, Migration, soziale Ungleichheiten, die Folgen der Corona-Pandemie – die Liste der Herausforderungen, denen sich das Großherzogtum in den kommenden Jahren stellen muss, ist lang. Seinen Schatten wirft auch der demografische Wandel voraus: Die Luxemburger Gesellschaft wird immer älter. Das setzt vor allem das Gesundheitssystem unter zunehmenden Druck.

Besonders besorgniserregend sind die neuesten Schätzungen zur Zahl der Demenzkranken. Insgesamt lebten den Berechnungen der Experten von «Alzheimer Europe» zufolge 2018 rund 7600 Menschen mit einer Demenzerkrankung in Luxemburg. Das waren 1,25 Prozent der Gesamtbevölkerung, die in diesem Jahr 602.000 Menschen zählte.

Vorherige Hochrechnungen bestätigen sich nicht

Bis 2050 werde sich die Zahl der Kranken fast verdoppeln. «Alzheimer Europe» schätzt, dass dann fast 790.000 Menschen in Luxemburg leben und dass 2,45 Prozent von ihnen an Demenz erkrankt sind – insgesamt 19.290 Personen. Speziell in Luxemburg sei der steigende Anteil von Menschen über 65 Jahren an der Bevölkerung ein Schlüsselfaktor, dabei insbesondere der Anteil von Menschen, die über 85 Jahre alt sind: Bis 2050 werden dies den Schätzungen zufolge weit mehr als doppelt so viele sein wie 2018. Das Bevölkerungswachstum spiele eine untergeordnete Rolle. Mit dieser Entwicklung liegt Luxemburg im europaweiten Trend.

Wie Christiane Stomp vom Verein «Association Luxembourg Alzheimer» auf L'essentiel-Nachfrage mitteilt, sei das Gesundheitsystem des Landes generell gut gerüstet: «Die Demenzprävention, die Früherkennung und die medizinische Versorgung der Patienten genießen im Gesundheits- und im Familienministerium Priorität. Außerdem treibt die Universität die Demenzforschung seit Jahren voran. Wo nachgebessert werden muss, ist bei der Pflegeversicherung. Menschen mit Demenz haben spezielle Anforderungen. Diese müssen von der Kasse stärker berücksichtigt werden.»

Einen echten Lichtblick im Kampf gegen die Krankheit, gebe es aber nicht. Erfreulich sei lediglich, dass sich die Zahlen aus vorherigen Hochrechnungen nicht bestätigt haben. Europaweit sind etwa eine Million Menschen weniger erkrankt, als zunächst angenommen wurde. Als Grund für die tiefere Zahl nennt «Alzheimer Europe» eine gesündere Lebensweise der Menschen. Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die auch das Risiko für Demenz erhöhen, seien demnach heute besser unter Kontrolle.

Zahl der Demenzkranken in LuxemburgInfogram

(Sebastian Weisbrodt/L'essentiel)

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