Comeback – 2021 ist dank Miley und Co. das Jahr des Vokuhilas

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Comeback2021 ist dank Miley und Co. das Jahr des Vokuhilas

Die wohl umstrittenste Frisur aller Zeiten ist zurück. Wir liefern die Geschichte, einen Erklärungsansatz – und Styling-Tipps für Interessierte.

Biberschwanz. Mantamatte. Nackenspoiler. Die Ergebnisse, wenn man sich im Internet auf die Suche nach Synonymen für den Vokuhila macht, sprechen für sich. Der Haarschnitt, der die 80er wie kein anderer verkörperte, stand bisher nicht gerade auf dem Siegertreppchen der beliebtesten Frisuren. Stattdessen hatte er sich nach seinen goldenen Jahren in Trailerparks und Rotlichtmilieus gemütlich gemacht. Und in einem privaten Zoo mit jeder Menge Raubkatzen – die Joe-Exotic-Gedächtnisfrisur könnte zum nächsten Synonym werden.

Der Aufstieg von «Business upfront, Party in the back»

Dabei hatte alles so gut angefangen. Paul McCartney war in den 70ern der große Vokuhila-Vorreiter und löste eine Welle der Bewunderung aus. Auch David Bowie trug mit seiner feuerroten Version zum Trend bei. Und siehe da, ein paar Jahre später gehörte der Mullet – so die englische Bezeichnung für den Haarschnitt– zum guten Ton.

Weltstars wie Billy Ray Cyrus, Rod Stewart, Patrick Swayze, Lionel Richie und Jane Fonda zogen beim Trend mit. Er funktionierte für alle Geschlechter gleichermassen, ermöglichte Männern etwas mehr Länge und Volumen als üblich und gönnte Frauen einen leicht maskulinen Look, ohne dass diese sich gleich an den Kurzhaarschnitt binden mussten. Und er stand für Rebellion und Individualität. Ohnehin ein großes Ding in den 80ern.

Vom Liebling zum gefallenen Star

Im Buch zum Thema (ja, echt jetzt, es gibt ein Buch dazu) «Mullet Madness» beschreibt Autor Alan Henderson das Phänomen so: «Egal ob du metal, country, Yuppie, Jock oder Biker warst, der Mullet war dein Style.» Aber wie das so ist, wenn alle gleichzeitig versuchen, rebellisch und individuell auszusehen, sehen stattdessen plötzlich alle identisch aus. Diejenigen, die einzigartig sind, sind plötzlich die ohne Trendhaarschnitt. Der Vokuhila wurde durch den Kakao gezogen und endete Mitte der 90er da, wo wir ihn heute kennen: in den oben erwähnten Randgebieten zwischen Tigerkäfigen und Bordell-Vorzimmern. Bis jetzt.

Zurück zum Ursprung

Denn 2020 stand vielen von uns der Sinn nach Abwechslung. Als Friseur-Salons überall auf der Welt ihre Türen schlossen, musste ein Haarschnitt her, bei dem nicht sofort auffällt, wenn er nicht ganz perfekt gemacht ist. Einer, der notfalls auch mit der Bastelschere daheim funktioniert.

Da kam die Inspiration von Miley Cyrus, die sich von Mama Trish genau den Schnitt verpassen ließ, mit dem mehr als 30 Jahre zuvor schon ihr Vater Erfolge feierte, gerade recht. Er braucht nicht viel Styling, sorgt für Aufsehen – und hat mitten in der Pandemie genug Zeit, um wieder herauszuwachsen, falls er doch nicht gefällt.

Miley folgten Dua Lipa, Halsey, Rihanna, Schauspielerin Barbie Ferreira, Diplo, Popstar Troye Sivan … die Liste von Trägern und Trägerinnen wird länger und länger.

(L'essentiel/Malin Mueller)

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