Umweg über Kinder: 30.000 Zuschauer bei Geisterspiel? Ungarn plant Fußball-Kniff
Publiziert

Umweg über Kinder30.000 Zuschauer bei Geisterspiel? Ungarn plant Fußball-Kniff

Wegen Rassismusvorwürfen gegen die Fans hat die UEFA Ungarn eigentlich zu mindestens zwei Geisterspielen verdonnert. Der ungarische Fußball-Verband will die Auflage offenbar umgehen.

ARCHIV - 22.03.2013, Ungarn, Budapest: Blick in die nahezu leere Puskas Arena während des Fußballgruppen- Qualifikationsspiels der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft D 2014 zwischen Ungarn und Rumänien. (zu dpa "30 000 Zuschauer bei Geisterspiel? Ungarn plant Fußball-Kniff") Foto: Tibor Illyes/MTI/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Das Spiel in der Puskás Aréna ist von der UEFA eigentlich als Geisterspiel vorgesehen.

Tibor Illyes/MTI/dpa

Der ungarische Fußball-Verband plant wohl mit einem Griff in die Trickkiste, das als Geisterspiel vorgesehene Nations-League-Heimspiel am Samstag gegen England doch vor einem großen Publikum austragen zu können. Wie die BBC und Sky Sports berichteten, könnten bis zu 30.000 Zuschauer in die Puskás Aréna in Budapest kommen, obwohl die Europäische Fußball-Union (UEFA) Ungarn wegen Rassismusvorwürfen gegen die Fans bei der Europameisterschaft im Vorjahr zu mindestens zwei Spielen ohne Publikum verurteilt hatte.

Der ungarische Verband soll sich den Berichten zufolge auf Artikel 73h der UEFA-Rechtspflegeordnung beziehen. Demnach dürfen bei Spielen unter Ausschluss der Öffentlichkeit Kinder bis 14 Jahre das Spiel kostenlos verfolgen, wenn sie eingeladen und von einem Erwachsenen begleitet werden. Nach Informationen der BBC sind für Samstag bereits 30.000 Kinder registriert.

Ungarn und England spielen gemeinsam mit Deutschland und Italien in der Nations-League-Gruppe A3. Wie die BBC weiter berichtete, plant auch der englische Verband, der wegen Fan-Ausschreitungen ebenfalls ein Geister-Heimspiel bestreiten muss, für die Partie am 11. Juni gegen Italien in Wolverhampton auch auf Artikel 73h zu setzen. Dann sollen etwa 2000 Zuschauer im Molineux-Stadion sein.

(L'essentiel/dpa)

Deine Meinung

0 Kommentare