Explosion bei Schule – 30 Menschen sterben bei Anschlag in Kabul
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Explosion bei Schule30 Menschen sterben bei Anschlag in Kabul

Am Samstag ist in der Nähe einer Schule in der afghanischen Hauptstadt eine Bombe explodiert. Unter den Opfern sind zahlreiche Schülerinnen.

In der Nähe einer Mädchenschule in Kabul ist am Samstag eine Bombe explodiert. Dabei kamen nach Angaben des afghanischen Innenministeriums mindestens 30 Menschen ums Leben, mehr als 50 weitere wurden verletzt. Unter den Opfern sind demnach zahlreiche Schülerinnen zwischen elf und 15 Jahren. Der Anschlag ereignete sich zum Ende des täglichen Fastens während des Ramadans.

Krankenwagen seien auf dem Weg zum Explosionsort nahe der Schule Sjed Al-Schahda im überwiegend schiitischen Stadtviertel Dascht-i-Barchi, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Tarik Arian. Eine wütende Menge habe die Krankenwagen angegriffen und sogar Sanitäter geschlagen, sagte Sprecher Ghulam Dastigar Nasari vom Gesundheitsministerium. Er rief die Anwohner auf, zu kooperieren und den Krankenwagen freie Zufahrt zu gewähren. Arian und Nasari sagten, die Zahl der Opfer könne möglicherweise noch steigen.

Menschen stehen Schlange, um Blut zu spenden

Journalisten der Nachrichtenagentur AP sahen in einem nahe gelegenen Krankenhaus mindestens 20 aufgebahrte Leichen und Dutzende Verletzte. Vor dem Krankenhaus Mohammed Ali Dschinnah standen Dutzende Menschen an, um Blut zu spenden. Anwohner berichteten von einem ohrenbetäubenden Knall. Einer von ihnen, Nasser Rahimi, sagte, er habe drei Explosionen gehört. Eine offizielle Bestätigung für mehrere Detonationen gab es vorerst nicht.

Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand. In der Vergangenheit reklamierte die Terrorgruppe Islamischer Staat Anschläge auf die Minderheit der Schiiten im selben Gebiet im Westen der afghanischen Hauptstadt für sich.

Erst vor wenigen Tagen haben die noch im Land verbliebenen 2500 bis 3500 US-Soldaten mit dem Abzug begonnen. Sie sollen Afghanistan nach dem Willen von US-Präsident Joe Biden spätestens bis zum 11. September verlassen haben. Beobachter befürchten nach dem Abzug der ausländischen Truppen einen neuerlichen Anstieg der Gewalt.

(L'essentiel/DPA/pco)

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