200 Verletzte – 35 Tote nach Ausschreitungen in Indien

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200 Verletzte35 Tote nach Ausschreitungen in Indien

Zwischen der Hindu-Mehrheit und der muslimischen Minderheit gibt es massive Spannungen. In Neu Delhi ist es zu den schwersten Ausschreitungen seit Jahren gekommen.

Sonia Gandhi (vorne,M) hat dem Präsidenten ein Memorandum zu den jüngsten Ausschreitungen vorgelegt.

Sonia Gandhi (vorne,M) hat dem Präsidenten ein Memorandum zu den jüngsten Ausschreitungen vorgelegt.

DPA/Manish Swarup

Nach den schwersten Ausschreitungen seit Jahrzehnten in der indischen Hauptstadt Neu Delhi ist die Zahl der Toten weiter gestiegen. Inzwischen seien mindestens 35 Menschen ihren Verletzungen erlegen, sagten Sprecher zweier staatlicher Krankenhäuser am Donnerstag. Dazu kämen rund 200 Verletzte. Nach Angaben der Polizei ist die Lage inzwischen unter Kontrolle.

Hintergrund der Gewalt sind massive Spannungen zwischen der Hindu-Mehrheit und der muslimischen Minderheit. Indien kommt nicht zur Ruhe, seit Premierminister Narendra Modi ein Einbürgerungsgesetz durchgedrückt hat, das nach Ansicht von Kritikern gezielt Muslime diskriminiert. Anfang der Woche gingen verschiedene Gruppen mit Steinen und Stöcken aufeinander los. Sie setzten auch Moscheen, Läden, Häuser und Autos in Brand.

Am Donnerstag äußerte sich der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan zu den Ausschreitungen und sagte laut dem türkischem Sender TRT World: «Indien wurde gerade jetzt zu einem Land, wo Massaker verbreitet sind. Welche Massaker? Massaker an Muslimen. Von wem? Hindus.»

Auch der deutsche Entwicklungsminister Gerd Müller (CDU), der diese Woche in Indien unterwegs ist, verurteilte die Gewalt. «Jegliche Differenzen müssen friedlich ausgetragen werden. Toleranz zwischen Ethnien und Religionen muss Grundlage des Zusammenlebens sein», sagte der CDU-Politiker. Am Freitag wolle er das Thema bei seinen Gesprächen mit der indischen Regierung in Neu Delhi ansprechen.

(L'essentiel/dpa)

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