Asyl in Luxemburg39 minderjährige Flüchtlinge spurlos verschwunden
LUXEMBURG - 83 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge haben seit dem 1. Januar im Großherzogtum Asyl beantragt. Davon sind 39 bereits verschwunden.

Luxemburg bleibe ein «Transitland, um in andere Mitgliedsländer zu gelanden», erklärt Außenminister Jean Asselborn.
Seit dem 1. Januar 2016 haben in Luxemburg 83 unbegleitete Minderjährige einen Antrag auf Asyl gestellt, teilt das Außenministerium mit. 39 Anträge wurden angenommen und die Registrierungsprozedur aufgenommen. Scheinbar sind aber auch genauso viele Antragsteller wieder verschwunden. «37 von Ihnen sind direkt nach ihrem Asylantrag verschwunden und zwei nach der Annahme,» so Außenminister Jean Asselborn.
Das sei dadurch zu erklären, dass Luxemburg ein «ein Durchgangsland ist, um in andere Länder zu gelangen», erklärt Asselborn. Er verweist auch auf das Recht der minderjährigen Flüchtlinge, «das Land regelmäßig zu wechseln, ohne dabei gehindert zu werden. Es ist sehr wahrscheinlich, dass diese Information weitergegeben wird». Laut dem Außenminister wird diese Regelung teilweise ausgenutzt. Manche gäben sich als unbegleitete Minderjährige aus, auch «wenn das nicht unbedingt der Fall ist».
103 Anträge im Jahr 2015
Außerdem falle auf, «dass von 15 Antragstellern aus dem Maghreb seit Anfang 2016, 13 verschwunden seien», so Asselborn weiter. Allerdings sei «eine große Mehrheit» der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge, die im Oktober 2016 in Luxemburg ankamen, marokkanischer Herkunft.
Unbegleitete Minderjährige profitierten von «zahlreichen speziellen Verfahrensgarantien», wenn sie hier in Luxemburg ankommen. Sie werden im Erstaufnahmezentrum LuxExpo empfangen, ehe sie in die Aufnahmeeinrichtung Lilly Unden weitergeleitet werden. Dort kümmert sich das Rote Kreuz und die OLAI um die Flüchtlinge. Der Antrag auf Asyl soll danach klären, ob sie in einem Foyer d'acceuil einen Platz bekommen.
Während vom 1. Januar 2016 bis zum 30. September 39 Anträge von unbegleiteten Minderjährigen angenommen wurden, waren es für das Jahr 2015 insgesamt 103 und 2014 nur 31.
(NC/l'essentiel)