Bankenrettung – 4,9 Milliarden für Portugals Krisenbank

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Bankenrettung4,9 Milliarden für Portugals Krisenbank

Portugal eilt der Bank Espírito Santo mit einem milliardenschweren Rettungspaket zu Hilfe. Gesunde Sparten werden abgetrennt, faule Teile bleiben bei der künftigen «Bad Bank».

Rettung über Nacht: Der portugiesische Zentralbank-Chef Carlos Costa nach einer Pressekonferenz am 3. August, an der die Milliardenspritze für die angeschlagene Banco Espírito Santo verkündet wurde.

Rettung über Nacht: Der portugiesische Zentralbank-Chef Carlos Costa nach einer Pressekonferenz am 3. August, an der die Milliardenspritze für die angeschlagene Banco Espírito Santo verkündet wurde.

AFP

Portugal will der kriselnden Banco Espírito Santo eine Geldspritze in Höhe von 4,9 Milliarden Euro verabreichen. Als weitere Rettungsmassnahme würden gesunde Sparten abgespalten, faule Vermögenswerte jedoch beim Kreditinstitut verbleiben, kündigte Zentralbankchef Carlos Costa am Sonntagabend vor Reportern an.

Die BES ist Herzstück des weltumspannenden Geschäftsimperiums der mächtigen Bankiersfamilie Espírito Santo. Doch im Mai stießen Prüfer in den Büchern des Geldhauses auf Unregelmäßigkeiten, später kamen geheim gehaltene Schuldenberge der Privatbank ans Licht.

Ihr früherer Chef Ricardo Espírito Santo Salgado wird von der Polizei des Betrugs, der Geldwäsche und der Fälschung verdächtigt. Letzte Woche wurde er verhört und anschließend gegen eine Kaution von drei Millionen Euro freigelassen. Im vergangenen Monat hatte er bereits seinen Posten aufgegeben.

Rekordverlust Ende Juli

Der Skandal um die traditionsreiche Großbank trat Schockwellen an den internationalen Finanzmärkten los. Ende Juli meldete das Geldhaus im ersten Halbjahr einen Rekordverlust von 3,58 Milliarden Euro. Die BES-Aktien brachen in der Folge um rund 75 Prozent ein. Bei vielen Beobachtern ging die Angst um, dass die Finanzkrise in der Eurozone noch nicht überstanden sei und weitere geheime Probleme enthüllt würden.

Die Bank habe finanzielle Regeln verletzt und sei der Misswirtschaft schuldig, sagte Zentralbankchef Costa. Doch hätten sich die Behörden zum Handeln gezwungen gesehen, um eine Ansteckung des restlichen Finanzsystems Portugals abzuwenden.

Die Mittel für die milliardenschwere Geldspritze kommen laut Costa aus einem speziellen Fonds, der während der Krise in der Eurozone eigens für in Not geratene Finanzinstitutionen geschaffen worden war.

Faule Vermögenswerte bleiben bei der «Bad Bank»

Unversehrte Geschäftssparten der BES, darunter der Einzelhandel, würden demnächst abgetrennt und in ein neues Geldhaus namens Novo Banco eingegliedert, erklärte Costa. Dort soll auch das aktuelle Personal der BES unterkommen. Einlagen der Kontoinhaber seien sicher. Bei der Geldspritze handele es sich im Übrigen um einen Kredit, der mit Zinsen und ohne Belastung für Steuerzahler zurückgezahlt werde, versprach Costa.

Faule Vermögenswerte der Banco Espírito Santo würden hingegen da bleiben, wo sie jetzt sind. Das Finanzhaus werde dann künftig als sogenannte «Bad Bank» eingestuft. Weitere Details dazu nannte Costa jedoch nicht.

Nach Bekanntwerden des Skandals um die BES hatte die portugiesische Zentralbank bereits den Fehler eingeräumt, den in den vergangenen Jahren von dem Geldhaus genannten Zahlen vertraut zu haben. Einige Politiker forderten zudem eine Untersuchung darüber, warum Behörden und Rechnungsprüfer die Probleme der Bank lange übersahen.

(L'essentiel / sda)

EU-Kommission billigt Rettungsplan

Die EU-Kommission hat den Rettungsplan für Portugals Krisenbank Espírito Santo genehmigt. Die staatliche Hilfe und die Gründung einer Bad Bank für faule Kredite entsprächen den europäischen Regeln, teilte die Behörde am Montag nach einer Prüfung des Falls mit.

Es sei gewährleistet, dass der Wettbewerb in Europa so wenig wie möglich verzerrt werde, hiess es. Zudem würden Sparer und andere Kunden geschützt. Der Schritt stelle das Vertrauen in die Stabilität des Finanzsektors wieder her und gewährleiste, dass das Geschäft weitergehen könne.

CSSF sperrt BSE-Aktie

Die luxemburgische Bank Aufsichtsbehörde CSSF hat diesen Montag die Wertpapiere der Banken Banco Espirito Santo S.A., BES Finance S.A. und Espirito Santo PLC vom Handel an der luxemburgische Börse ausgeschlossen. Die CSSF folgt damit der Entcheidung der portugisischen Finanzbehörde Comissão do Mercado de Valores Mobiliários, die den Handelsstop verfügt hatte. Im Zuge des Finanzskandals hat die Aktie im Lauf der vergangenen Woche 75 Prozent seines Wertes eingebüßt.

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