Wohnen in Luxemburg – 40 Prozent der Immobilienkäufe entfallen auf Mietobjekte
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Wohnen in Luxemburg40 Prozent der Immobilienkäufe entfallen auf Mietobjekte

LUXEMBURG – Am Montagmorgen hat das Forschungsinstitut Liser in der Chamber die Trends auf dem Luxemburger Immobilienmarkt präsentiert.

von
Joseph Gaulier
Einige Wohnungen werden gar nicht erst vermietet, da die Eigentümer auf steigende Preise warten. (Symbolbild)

Einige Wohnungen werden gar nicht erst vermietet, da die Eigentümer auf steigende Preise warten. (Symbolbild)

Editpress / Didier Sylvestre

Der Immobilienmarkt hat sich nach der Krise erholt. «Zwar war das Verkaufsvolumen im zweiten Quartal 2020 aufgrund des Confinements um 25 Prozent gesunken, aber kurz danach gab es einen Aufholeffekt. 2021 erreichte das Transaktionsniveau wieder das Niveau von 2019», berichtet André Bauler, Vorsitzender des Finanzausschusses, nach einer Präsentation des Forschungsinstituts Liser am Montag vor den Mitgliedern des Finanz- und des Wohnungsausschusses.

40 Prozent dieser Transaktionen entfallen auf Mietinvestitionen, die entweder von Eigentümern auf der Suche nach einer Kapitalanlage oder von privaten Unternehmen stammen. «Das ist nicht unbedingt schlecht, denn sie ermöglichen es Menschen, sich eine Wohnung zu leisten. Gerade an Mietwohnungen mangelt es uns», so André Bauler. Die Höhe der Mieten folgt übrigens nicht demselben Trend wie die Verkaufspreise. Zwischen 2010 und 2021 stiegen die Mieten für Wohnungen um 3,8 Prozent pro Jahr und für Häuser um 3,2 Prozent pro Jahr. Bei Verkaufspreisen lag das Wachstum bei 6,8 Prozent. Innerhalb von elf Jahren haben sich die Kaufpreise also mehr als verdoppelt (+116 Prozent).

« Diese Wohnungen werden nicht auf den Markt gebracht »

Gilles Hempel

«Der Trend zu Mietinvestitionen hat sich mit der Krise verstärkt, da Investitionen in Büros und Geschäfte weniger attraktiv geworden sind», bedauert Semiray Ahmedova, Vorsitzende der Wohnungskommission. Ihrer Meinung nach «ist die Zahl von 40 Prozent enorm, da sie den Menschen, die ihre Wohnung kaufen möchten, viele Möglichkeiten nimmt».

«Wenn die Käufer die Wohnungen wirklich vermieten, ist das kein Problem. Das Problem ist jedoch, dass diese 40 Prozent der Wohnungen nicht auf den Markt gebracht werden», bedauert Gilles Hempel, Direktor der Fondation pour l’accès au logement. Er bemängelt Investoren, «die kaufen und nur darauf warten, dass die Preise steigen. In diesem Zusammenhang sind die Mieten lächerlich niedrig und einige Wohnungen sind noch nicht einmal ganz fertiggestellt. Manchmal fehlen eine Küche oder Fliesen». Nach seinen Angaben gibt es im Land «zwischen 10.000 und 20.000 Wohnungen, die auf diese Weise blockiert werden".

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