Vietnamkrieg : 50 Jahre nach ikonischem Foto – das wurde aus dem «Napalm-Mädchen»
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Vietnamkrieg 50 Jahre nach ikonischem Foto – das wurde aus dem «Napalm-Mädchen»

Es ist eine der denkwürdigsten Aufnahmen des 20. Jahrhunderts: Nick Ut drückt auf den Auslöser, als ein vietnamesisches Dorf mit Napalm angegriffen wird. 

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Vor 50 Jahren entstand eine der denkwürdigsten Aufnahmen des 20. Jahrhunderts.  Phan Thi Kim Phuc mit der Aufnahme, die sie als Kind zeigt. 

Vor 50 Jahren entstand eine der denkwürdigsten Aufnahmen des 20. Jahrhunderts.  Phan Thi Kim Phuc mit der Aufnahme, die sie als Kind zeigt. 

IMAGO/NurPhoto
Nick Ut drückt auf den Auslöser, als ein vietnamesisches Dorf mit Napalm angegriffen wird. 

Nick Ut drückt auf den Auslöser, als ein vietnamesisches Dorf mit Napalm angegriffen wird. 

AFP
«Dieses Bild erinnert mich immer wieder daran, dass ich meine Kindheit verloren habe», sagte sie kürzlich während einer Audienz bei Papst Franziskus, zu der sie und ihr guter Freund Ut in den Vatikan gereist waren.

«Dieses Bild erinnert mich immer wieder daran, dass ich meine Kindheit verloren habe», sagte sie kürzlich während einer Audienz bei Papst Franziskus, zu der sie und ihr guter Freund Ut in den Vatikan gereist waren.

AFP

Nackt und schreiend läuft ein junges Mädchen frontal auf den Fotografen zu. Der drückt den Auslöser – und hält in einem winzigen Moment den großen Schrecken des Vietnamkrieges auf Film fest. «The Terror of War» – so der Titel der Aufnahme – ist noch fünf Jahrzehnte später eine der bedeutendsten Darstellungen von Gewalt und Gräueltaten, denen die Zivilbevölkerung in einem Krieg ausgesetzt ist. Die neunjährige Phan Thi Kim Phuc hat sich als Symbol ins weltweite Gedächtnis eingebrannt.

Die Qualen des Mädchens in der Mitte der Szenerie sind das zentrale Element in der Bildkomposition. Ihr Cousin im Vordergrund, auch die anderen Kinder gehören zur Familie. Im Hintergrund: Soldaten und dicke Rauchschwaden. Ein weiterer Faktor, der dieses Bild in seiner ikonischen Wirkung so berührend mache, sei das Happy End, so der Fotoexperte Michael Ebert, der an der Hochschule Magdeburg-Stendal unterrichtet. Denn Kim Phuc überlebt. 

Flugzeug warf vier Napalmbomben ab

Als am 8. Juni 1972 die südvietnamesische Armee fälschlicherweise das Dorf Trang Bang etwa 40 Kilometer nordwestlich des damaligen Saigon (heute Ho-Chi-Minh-Stadt) beschießt, ist der Abzug der mit ihr verbündeten US-Truppen aus dem Land bereits in vollem Gange.

Vor Ort ist Fotograf Nick Ut. Der 21-jährige Vietnamese arbeitete damals seit bereits sechs Jahren für die US-Nachrichtenagentur Associated Press (AP). Kurz vor der geplanten Rückkehr nach Saigon «sah ich, wie ein Flugzeug vier Napalmbomben abwarf», schreibt er Jahrzehnte später im US-Magazin «Newsweek».

Menschen, die teils tote Kinder in ihren Armen halten, rennen auf ihn zu. Darunter auch Kim Phuc. «Ich fragte mich, warum sie keine Kleidung trug», erinnert sich Ut. «Aber als ich näher an sie heranlief und Fotos machte, konnte ich sehen, wie schwer verbrannt sie war.» Es dauerte maximal 15 Sekunden, bis der Fotograf und seine Kollegen anderer Medien den Kindern halfen. Ut selbst bringt das Mädchen und weitere Verwundete in ein Krankenhaus.

Mädchen arbeitet heute als Friedensbotschafterin

Abendzeitungen drucken das Bild, am darauf folgenden Tag ist es auf der Titelseite der «New York Times». Es wird später als «Pressefoto des Jahres» ausgezeichnet, zudem erhält Ut den renommierten Pulitzer-Preis. Anfang 2021 verleiht ihm US-Präsident Donald Trump die National Medal of Arts.

Kim Phuc erleidet damals auf der Hälfte ihres Körpers Verbrennungen dritten Grades. 14 Monate muss sie im Krankenhaus bleiben. Heute arbeitet die 59-Jährige als Friedensbotschafterin unter anderem für die Vereinten Nationen. Seit Anfang der 1990er-Jahre lebt sie in Kanada.

«Dieses Bild erinnert mich immer wieder daran, dass ich meine Kindheit verloren habe», sagte sie kürzlich während einer Audienz bei Papst Franziskus, zu der sie und ihr guter Freund Ut in den Vatikan gereist waren. «Ich bin nicht länger ein Opfer des Krieges. Ich bin eine Mutter, eine Großmutter und eine Überlebende, die zum Frieden aufruft.»

(L´essentiel/lea/dpa)

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