Migration – 60 Asylbewerber ziehen nach Bollendorf

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Migration60 Asylbewerber ziehen nach Bollendorf

BOLLENDORF - In einem ehemaligen Hotel werden ab Freitag 60 Asylbewerber untergebracht. Der Bürgermeister ist alles andere als begeistert.

Im Müllertal werden 60 Asylbewerber ab Freitag vorläufig ein neues Heim finden. Sie ziehen in das ehemalige Vier-Sterne-Hotel André in Bollendorfer-Brücke. Der Eigentümer hatte die Zimmer dem Familienministerium angeboten, das gerne annahm.

In Berdorf, dem Bollendorfer-Brücke angegliedert ist, sorgt der Zuzug der Ausländer, meist Roma, für Diskussionen. Am Donnerstagmorgen sagte Bürgermeister Ern Walerius in einem Radio-Interview, dass er um den Tourismus in seinem Ort Angst habe. Auf dem Gebiet der Gemeinde, in Weilerbach, steht bereits ein Asylantenheim, das 300 Personen Platz bietet.

Warnung vor Vorurteilen

Christiane Martin, Direktorin des «Office luxembourgeois de l'accueil et de l'integration», warnt vor Vorurteilen: «Es sind Klischees, die an den Neuankömmlingen haften und die der einheimischen Bevölkerung Angst zum Beispiel vor Einbrüchen machen». Sie verteidigt die Unterbringung in Bollendorfer-Brücke: «Wir haben keine Wahl, wir müssen die Menschen irgendwo unterbringen».

Eine neu gegründete Bürgerinitiative hat am Dienstag einen Informationsabend zum Thema organisiert. Dort erklärte Bürgermeister Walerius, dass man von 16 Kindern von Asylbewerbern ausgegangen sei. Man habe eine Anfrage erhalten, um ein Klassenzimmer zur Verfügung zu stellen. Plötzlich und ohne Vorwarnung habe es gehießen, dass 60 Menschen untergebracht werden müssten.

L'essentiel Online/tageblatt.lu

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