Luxemburg – 6000 Firmen zahlen Sozialbeiträge unpünktlich

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Luxemburg6000 Firmen zahlen Sozialbeiträge unpünktlich

LUXEMBURG – Viele Firmen im Großherzogtum haben Probleme, Sozialversicherungsbeiträge für ihre Angestellten zu zahlen. Warum das seltsamerweise gar kein Problem ist.

Größtenteils sind es kleine Firmen, die mit den Zahlungen der Sozialversicherungsbeiträge in Verzug sind.

Größtenteils sind es kleine Firmen, die mit den Zahlungen der Sozialversicherungsbeiträge in Verzug sind.

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Eine von fünf Firmen ist mit den Beitragszahlungen an das Sozialversicherungszentrum (CCSS) in Verzug. Das hat Romain Schneider (LSAP), Minister für soziale Sicherheit, am Montag erklärt. Am 31. März hat das CCSS noch auf 142,7 Millionen Euro gewartet, etwa 292,4 Millionen Euro hätten bereits in der Kasse sein müssen. Dennoch hat das große Minus für Nicolas Henckes, Generalsekretär der Union luxemburgischer Unternehmen (UEL), «nichts Beunruhigendes» an sich.

«In den meisten Fällen handelt es sich um Verzögerungen von weniger als vier Monaten», sagt Henckes. Nach den Angaben des Ministers standen von 27.951 Unternehmen insgesamt 6111 bei der CCSS in der Kreide, davon hatten 1605 die Zahlungsfrist bereits um mehr als vier Monate überschritten. Ab dieser Frist zieht die Sozialversicherung andere Saiten auf und sieht die Geldforderungen als Inkassomaßnahme.

Keine Schwierigkeiten

Mit 4506 Unternehmen ist die Mehrheit der säumigen Zahler aber unter der Vier-Monats-Frist. Laut Henckes sind die meisten Firmen gar nicht einmal in finanziellen Schwierigkeiten: «In einer großen Mehrheit der Fälle gibt es Verzögerungen von weniger als einem Monat. Gründe sind Versäumnisse und kleine Fehler.»

Am Ende passiert der Verzug meist kleinen Firmen: Fast 99 Prozent der Verzögerungen treten in Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern auf. «Größere Unternehmen haben eine strukturierte Buchhaltung. Kleine Firmen beauftragen Treuhänder oder machen es selbst», ergänzt der UEL-Generalsekretär.

Chefs kleiner Firmen «verbringen lieber noch zwei Stunden damit, einen Kunden zu bedienen, als den Papierkram zu erledigen.» So werden die Beitragszahlungen verzögert. Ein Problem, das in der Regel behoben wird, wenn die staatliche Stelle ihre Forderung bei den Unternehmern in Erinnerung ruft.

(Jérôme Wiss/L'essentiel)

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