Superspreader-Event in Texas? – 73.000 Zuschauer bei Alvarez-Sieg in Rekord-Fight
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Superspreader-Event in Texas?73.000 Zuschauer bei Alvarez-Sieg in Rekord-Fight

Vor 73.126 Zuschauern boxt sich der Mexikaner Saul «Canelo» Alvarez gegen den Briten Billy Joe Saunders zum WBO-Titel.

Der mexikanische Box-Superstar Saul «Canelo» Alvarez hat sich vor exakt 73.126 Zuschauern in Dallas den WM-Titel der WBO im Supermittelgewicht gesichert. Alvarez besiegte im AT&T Stadium den Briten Billy Joe Saunders durch technischen K.o. Der Mexikaner ist damit neuer Champion der WBO, WBA, WBC und The Ring, lediglich der Titel der IBF fehlt ihm noch.

Saunders legte einen guten Start hin, bewegte sich gut und stellte Alvarez damit teilweise vor große Probleme. Der Brite stellte immer eine gute Distanz her – ein Kampfstil, mit dem «Canelo» bereits in der Vergangenheit Schwierigkeiten hatte. Der bis dahin ungeschlagene Saunders wurde allerdings nach der siebten Runde müde und konnte sich nicht mehr von den Nahsituationen gegen Alvarez fernhalten. In der Folge traf der Mexikaner Saunders mit einigen harten Treffern. So hart, dass Saunders rechtes Auge zuschwoll. Der Brite versuchte es dann zwar nochmals – doch es hatte keinen Sinn mehr. Letztendlich gab Saunders das Zeichen, nicht weiterboxen zu können. Später musste er ins Krankenhaus gebracht werden.

«Wir setzen ein wichtiges Zeichen für die Welt»

Über den Box-Event werden sich in Europa wohl viele Sport-Fans die Augen reiben. Schließlich strömten insgesamt – wir erwähnt – exakt 73.126 Fans ins Football-Stadion der Dallas Cowboys. So viele waren es in den USA bei einer Sportveranstaltung seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie noch nie. Und mehr noch: Da die Corona-Beschränkungen in Texas mittlerweile aufgehoben sind, galten weder Abstandsregeln noch Maskenpflicht. Die Kulisse war Rekord. Noch nie waren so viele Zuschauer bei einem Indoor-Kampf dabei. Den bisherigen Rekord hielt der Rückkampf zwischen Muhammad Ali und Leon Spinks 1978 mit 63.350 Fans.

Angst, dass der Event zu einem Superspreader-Event mutieren könnte, haben die Verantwortlichen nicht. So will Promoter Eddie Hearn davon nichts hören. Er fühle sich «absolut sicher», sagte der Brite bereits vor dem Fight. «Wir setzen hier ein wichtiges Zeichen für die ganze Welt. Ich hoffe, dass wir mit den Erfahrungen aus Texas auch in England bald wieder große Veranstaltungen durchführen können.» Alvarez meinte nach seinem Sieg: «Es ist schwer zu beschreiben, was ich gerade fühle. Das ist ein sehr emotionaler Moment für mich. Wir mussten so lange ohne Fans auskommen.»

Nach seinem Sieg hat Alvarez nun 56 seiner 59 Karrierekämpfe, davon 38 durch K.o., für sich entschieden. Langfristig will sich der Mexikaner als erster Boxer zum Weltmeister aller Verbände krönen. Was ihm dazu fehlt? Der Titel der IBF, den derzeit der US-Amerikaner Caleb Plant trägt.

(L'essentiel/Nils Hänggi)

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