Argentinien – 75 Nazi-Relikte in Geheimraum entdeckt

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Argentinien75 Nazi-Relikte in Geheimraum entdeckt

Dolche, Bierbecher und Hakenkreuze: Ein Sammler hortete nahe Buenos Aires einen ganzen Raum voll mit Nazi-Krempel. Wie kamen die Artefakte nach Argentinien?

Mitglieder der Bundespolizei halten am 16.06.2017 im Interpol-Hauptquartier in Buenos Aires (Argentinien) ein Relief von Adolf Hitler. Die Polizei hat bei einer Razzia am 08. Juni in der N�he von Buenos Aires den�gr��ten Fund an Nazi-Gegenst�nden in der Geschichte des Landes gemacht. Nach Angaben der Beh�rden handelt es sich um Originale aus der Zeit des Nationalsozialismus. Foto: Natacha Pisarenko/AP/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Mitglieder der Bundespolizei halten am 16.06.2017 im Interpol-Hauptquartier in Buenos Aires (Argentinien) ein Relief von Adolf Hitler. Die Polizei hat bei einer Razzia am 08. Juni in der N�he von Buenos Aires den�gr��ten Fund an Nazi-Gegenst�nden in der Geschichte des Landes gemacht. Nach Angaben der Beh�rden handelt es sich um Originale aus der Zeit des Nationalsozialismus. Foto: Natacha Pisarenko/AP/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

DPA/Natacha Pisarenko

Die Polizei in Argentinien hat Medienberichten zufolge den größten Fund an Nazi-Devotionalien in der Geschichte des Landes gemacht. In einem Geheimraum eines Hauses nördlich von Buenos Aires fanden Ermittler an die 75 Artefakte aus der Zeit des Dritten Reichs, darunter Hitlerbüsten, eine Sanduhr mit Hakenkreuz, Bierbecher und ein Instrument zur Vermessung von Schädeln. Die Razzia fand in Zusammenarbeit mit Interpol statt.

Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich um Originalstücke handelt. Hochrangige Nazis brachten die Artefakte höchstwahrscheinlich nach dem Zweiten Weltkrieg nach Argentinien. Ein Bild aus der Sammlung macht die Experten stutzig: Darauf ist Adolf Hitler mit einem Vergrößerungsglas zu sehen – ein ähnlicher Gegenstand wurde auch in dem Geheimraum gefunden. Möglich ist, dass der Diktator die Lupe tatsächlich einmal in Händen hielt.

Flucht über die Rattenlinie

Experten werden nun zu Rate gezogen, um Genaueres zu den Gegenständen in Erfahrung zu bringen. Über den Besitzer der Nazi-Sammlung ist nicht viel bekannt. Er bleibt jedoch vorerst auf freiem Fuß. Es wird weiter gegen ihn ermittelt, schreibt die Nachrichtenagentur AP. In seiner Sammlung fanden sich auch Objekte asiatischen Ursprungs. Eines stand auf einer Roten Liste der Unesco für bedrohte Kulturschätze.

Nach dem Zweiten Weltkrieg flohen zahlreiche Nazi-Verbrecher über die sogenannte Rattenlinie nach Südamerika. Deutsche Hitler-Sympathisanten, italienische Faschisten, argentinische Beamte und sogar die Katholische Kirche leisteten dabei tatkräftige Unterstützung. Unter anderem konnten der Organisator des Holocaust, Adolf Eichmann, der KZ-Arzt von Auschwitz, Josef Mengele, und der berüchtigte Kommandant des Ghettos von Przemysl, Josef Schwammberger, auf diese Weise nach Argentinien entkommen.

(jt/L'essentiel)

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