Neue Initiative – 80 Stunden Schulung gegen häusliche Gewalt?
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Neue Initiative80 Stunden Schulung gegen häusliche Gewalt?

LUXEMBURG – Die Ministerin für die Gleichstellung von Frauen und Männern und der Verein Inter-actions haben einen Kurs für die Täter von häuslicher Gewalt ins Leben gerufen.

Taina Bofferding (rechts) und die stellvertretende Inter-actions-Direktorin Virginie Giarmana wollen gegen häusliche Gewalt vorgehen.

Taina Bofferding (rechts) und die stellvertretende Inter-actions-Direktorin Virginie Giarmana wollen gegen häusliche Gewalt vorgehen.

Im Jahr 2019 musste die Police Grand-Ducale 849 Mal wegen häuslicher Gewalt eingreifen. Dabei wurden 265 Täter aus ihren Wohnungen verwiesen. Diese Zahlen und die in den Nachbarländern beobachtete Zunahme von Gewalt im Lockdown haben Taina Bofferding (LSAP), die Ministerin für die Gleichstellung von Frauen und Männern, nicht kalt gelassen. Bofferding und der Verein Inter-Actions unterzeichneten deshalb am Mittwoch eine Vereinbarung zur Einrichtung eines 80-stündigen Trainingskurses für Täter von häuslicher Gewalt. «Der Kampf gegen häusliche Gewalt ist eine permanente Herausforderung und es ist notwendig, ständig in Programme zu investieren», erklärte die Ministerin.

Das Training, das von Pädagogen durchgeführt wird, findet in Gruppen über zehn Wochen statt. Es wird Einzelbehandlung, Verhaltenskontrolle und Erfahrungsaustausch beinhalten. Dieser Unterricht, der allen Tätern von häuslicher Gewalt offen steht, ist in Luxemburg noch nicht verpflichtend. «Aber wir überlegen, ob es sich lohnt, es allen Tätern aufzuerlegen», so Bofferding.

Außerdem sind zwei weitere Trainingskurse geplant. «Die Idee wäre, einen präventiven Kurs für diejenigen anzubieten, die ein Verbrechen begehen könnten, und einen weiteren speziell für Opfer», erklärte Virginie Giarmana, stellvertretende Direktorin des Vereins.

(Marine Meunier/L'essentiel)

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