Knoxville, USA – 84-jährige Nonne zu drei Jahren Haft verurteilt

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Knoxville, USA84-jährige Nonne zu drei Jahren Haft verurteilt

Megan Rice drang 2012 in eine US-Atomanlage ein, um gegen Atomwaffen zu demonstrieren. Ein Gericht verurteilte die Nonne nun zu fast drei Jahren Haft.

Wegen einer Protestaktion in einer Atomfabrik hat ein US-Gericht eine 84 Jahre alte Nonne zu fast drei Jahren Gefängnis verurteilt.

Zusammen mit zwei anderen Friedensaktivisten hatte die Frau im Juli 2012 den Zaun der Fabrik in Oak Ridge im US-Staat Tennessee aufgeschnitten, Parolen an die Wände einer Lagerhalle geschrieben, Transparente aufgehängt und Blut verspritzt. Sie wollten damit gegen die Lagerung von bombenfähigem Uran in der Fabrik protestieren.

«Bitte habt keine Milde mit mir»

Schwester Megan Rice wurde am Dienstag von einem Gericht in Knoxville verurteilt. Ihre beiden männlichen Helfer erhielten Haftstrafen von mehr als fünf Jahren. Rice selbst hatte den Richter sogar gebeten, sie zu einer lebenslangen Haftstrafe zu verurteilen, obwohl laut Gesetz als Höchststrafe rund sechs Jahre vorgesehen waren. «Bitte habt keine Milde mit mir», hatte sie gesagt. «Den Rest meines Lebens hinter Gittern zu verbringen, ist das größte Geschenk, was ihr mir machen könnt», sagte sie.

Zu keinem Zeitpunkt hatte nach Aussage der Behörden die Gefahr bestanden, dass die Aktivisten zu dem Uran vordringen können. Trotzdem hatte der Vorfall Bedenken aufgeworfen, wie es um die Sicherheit in der Fabrik bestellt ist. Einige Behördenvertreter hatten die drei Angeklagten sogar gelobt, weil sie die verheerenden Sicherheitsmängel aufgedeckt hätten.

Bezirksrichter Amul Thapar hatte zudem bezweifelt, dass bei der Aktion tatsächlich ein Schaden entstanden sei. Zugleich hatte er aber auch die Angeklagten kritisiert, weil sie keine Reue gezeigt hätten. Das schlug sich dann letztlich in den relativ harten Urteilen nieder.

(L´essentiel/ sda)

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