Claude Meisch – «85 Prozent der Reformen bereits in Gang gebracht»
Publiziert

Claude Meisch«85 Prozent der Reformen bereits in Gang gebracht»

LUXEMBURG - Bildungsminister Claude Meisch legt die Bilanz zur Halbzeit seiner Amtszeit vor. Einige Baustellen sind bis 2018 aber noch zu bearbeiten.

Claude Meisch erklärte die bereits eingeleiteten Reformen im Luxemburger Bildungswesen.

Claude Meisch erklärte die bereits eingeleiteten Reformen im Luxemburger Bildungswesen.

Editpress/Alain Rischard

«L'essentiel»: Welche Bilanz ziehen Sie nach 2,5 Jahren im Amt des Bildungsministers?
Claude Meisch: Wir haben es geschafft, viele Projekte voranzutreiben. Inklusive aller bereits in Kraft getretenen, verabschiedeten oder zumindest gestarteten Reformen werden wir im September 85 Prozent unseres geplanten Programms in Gang gebracht haben. Dazu zählen große Reformen wie die Modernisierung der Lyzeen und kleinere wie die neue Orientierungsprozedur.

Was sind die größten Herausforderungen im Bildungswesen?
Die Berufsausbildung muss attraktiver werden, das ist ein wichtiges Projekt. Zudem sollen Schulen und Maisons Relais näher zusammenrücken.

Bildung ist sehr teuer. Sind die Leistungen der Schüler verbesserungswürdig?
Es geht um eine erhebliche Investition, das stimmt. Aber man muss auch die Komplexität unseres Landes berücksichtigen. Die Schüler kommen aus allen möglichen Ländern hierher. Nicht alle sprechen die selbe Sprache. Das ist eine Herausforderung für Luxemburg. Die Länder, die in den Pisa-Studien besser abschneiden, haben andere Bedingungen als wir.

Hängt der Schulerfolg nicht von den Schülern selbst ab?
Im Gegensetz zur landläufigen Meinung ist es nicht der Fehler der Schüler, auch nicht der der Eltern. Es liegt an der Schule, sich an die Bedürfnisse der Gesellschaft anzupassen. Die Antwort darauf gibt die Politik.

Die Mehrsprachigkeit ist ein wichtiges Thema.
Das ist Teil unserer Tradition. Aber es ist notwendig, die Methoden zum Erlernen der Sprachen zu überarbeiten. Wir können hier besser werden.

Wie soll die Schule in Luxemburg langfristig aussehen?
Sie wird verschiedene Gesichter haben, denn unsere Schüler sind auch verschieden. Wichtig ist, dass wir das schulische Angebot weiterentwickeln und gleichzeitig ein hohes Unterrichtsniveau zu garantieren.

(Thomas Holzer/L'essentiel)

Deine Meinung