Radarstrafen – 87.000 Luxemburger in Frankreich geblitzt

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Radarstrafen87.000 Luxemburger in Frankreich geblitzt

LUXEMBURG/FRANKREICH - Seit einem Jahr müssen Luxemburger Temposünder, die in Frankreich geblitzt wurden, ihre Bußgelder zwingend bezahlen.

Im Falle einer Rechtsverletzung sind Fahrer von Luxemburger Fahrzeugen gezwungen zu zahlen.

Im Falle einer Rechtsverletzung sind Fahrer von Luxemburger Fahrzeugen gezwungen zu zahlen.

AFP/Dominique Faget

87.000 in Luxemburg zugelassene Fahrzeuge wurden im vergangenen Jahr in Frankreich geblitzt, 13.000 weniger wie 2015. Diese Zahlen nennt Emmanuel Barbe, interministerieller Beauftragter der französischen Verkehrssicherheit, im Gespräch mit L'essentiel. Frankreich und Luxemburg waren kürzlich für eine Bilanz über die grenzüberschreitende Verfolgung von Tempovergehen zusammengekommen.

Seit dem 1. Januar 2016 müssen Luxemburger zahlen, wenn sie in Frankreich zu schnell fahren, sei es in Thionville, Paris, Bordeaux oder Marseille. Die Bußgelder liegen zwischen 68 Euro und 135 Euro, können bei sehr stark überhöhter Geschwindigkeit oder in Wiederholungsfällen auch 1500 Euro oder sogar 3750 Euro betragen.

Punkte-Führerschein kommt 2018

Emmanuel Barbe begrüßt es, dass «die Fahrer von Luxemburger Fahrzeugen mitspielen, das System akzeptieren» und erklärt: «2016 wurden 73 Prozent der 103.059 Bußgeldbescheide (zwischen dem 1. Juli 2015 und dem 31. Dezember 2016* ausgestellt) bezahlt. Eine bessere Zahl wie die der anderen ‹ausländischen› Fahrer, von denen zwischen 65 Prozent und 70 Prozent zahlen.» Und vor allem eine lukrative Einnahmequelle, wenn man bedenkt, dass 2015 nur 30.474 Bußgeldbescheide ausgestellt worden waren. Die Bußgelder betrafen nur die in den Départements Moselle und Meurthe-et-Moselle festgestellten Rechtsüberschreitungen.

Eine Tendenz, die den Beauftragten zufriedenstellt, denn: «Was ein Gesetz wirksam und akzeptabel macht, ist die Tatsache, dass es für alle dasselbe ist. Viele französische Fahrer ärgerten sich, dass die leistungsstarken Fahrzeuge aus Luxemburg auf den Autobahnen Gas geben konnten ohne bestraft zu werden. Dies ist nun nicht mehr der Fall.»

Aber die Behörden gehen noch weiter: «Wir haben Luxemburg und sein System des Punkteführerscheins kopiert», erklärt Emmanuel Barbe. «Bis Ende 2018 werden Autofahrer, die einen Verstoß begehen und einen ausländischen Führerschein besitzen, von diesem Führerschein Punkte abgezogen bekommen und können ein Fahrverbot bekommen, wenn sie alle Punkte verlieren sollten». Bei einem Durchschnitt von 1,5 Punkten pro Verstoß im vergangenen Jahr wären es über 130.000 Punkte gewesen, die den Fahrern aus Luxemburg abgezogen hätten werden können.

(Marion Chevrier/L'essentiel)

Denunziation der Fahrer

Seit dem 1. Januar 2017 müssen französische Firmen die Identität der Angestellten, die einen Leihwagen benutzen, angeben. Im gegenteiligen Fall riskieren sie ein Bußgeld von 700 Euro bis zu 3500 Euro.

In Luxemburg ist dies schon seit einem Jahr der Fall. Die Leasingagenturen geben die Bußgeldbescheide an die betroffenen Unternehmen weiter.

(*) Ein «retroaktiver Effekt» war in dem Abkommen vorgesehen.

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