Luxemburg: «900 Euro für ein Zimmer, das kann doch nicht wahr sein»

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Luxemburg«900 Euro für ein Zimmer, das kann doch nicht wahr sein»

BELVAL – Begrenztes Angebot und hohe Preise: Studierende, die in Luxemburg landen, haben zunehmend Schwierigkeiten, eine Wohnung zu finden.

von
Yannis Bouaraba
Viele Studierende entscheiden sich für eine Wohngemeinschaft oder müssen in die Grenzländer ziehen.

Viele Studierende entscheiden sich für eine Wohngemeinschaft oder müssen in die Grenzländer ziehen.

L'essentiel

Es ist kein Geheimnis, dass die von der Universität Luxemburg angebotenen Wohnungen die Nachfrage nicht decken können. Die Uni verwaltet etwa 1000 Wohnungen und kann damit etwas weniger als ein Sechstel der eingeschriebenen Studierenden unterbringen. Ein Problem für Neuankömmlinge, insbesondere aus dem Ausland.

«Die Unterbringung der Studenten ist ein echtes Problem. Wir erhalten diesbezüglich viele E-Mail-Anfragen», berichtet ein Mitglied der Studentenvertretung. Nach Angaben der Universität sind zurzeit etwa 500 Studenten auf der Warteliste, ähnlich wie in den vergangenen Jahren. «Die Studierendenwerke informieren die Studierenden noch vor der Bestätigung der Einschreibung über die Probleme bei der Wohnungssuche und schlagen ihnen Lösungen auf dem privaten Wohnungsmarkt vor», so die Universität.

Die Uni warnt vor hohen Lebenshaltungskosten

Der private Wohnmarkt hält meist nur Immobilien bereit, die sich viele Studierende finanziell nicht leisten können. Wer nicht das Glück hat, eine Unterkunft von der Universität zu bekommen, gibt es zwei Möglichkeiten: Man sucht sich eine Wohngemeinschaft oder man bemüht sich um eine Unterkunft im angrenzenden Ausland. Student Bacem wählte die zweite Option und ließ sich vorübergehend in Trier nieder, wo er nach seinen Angaben nur die Hälfte der Miete zahlt. «Ich brauche etwa 1,5 Stunden pro Tag, um die Uni mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen», erklärt er.

Seine Kommilitonin Joude, Jura-Studenti, sagt: «Meine Anfrage, eine Wohnung der Universität zu bekommen, wurde abgelehnt, da ich aus Verdun komme, was weniger als 100 Kilometer von der Uni entfernt liegt. Ich habe schließlich eine Wohngemeinschaft in Audun-le-Tiche, in Frankreich, gefunden, die noch ein Zimmer frei hatte. Eine andere Möglichkeit hatte ich nicht, 900 Euro für ein kleines Zimmer können echt nicht wahr sein…».

Auch die Hochschule selbst weist die künftigen Studierenden auf die Wohnsituation hin. «Wir möchten Sie auf die Lebenshaltungskosten in Luxemburg und insbesondere auf die Preise auf dem Immobilienmarkt aufmerksam machen. Stellen Sie sicher, dass Sie sich vor Ihrer Ankunft in Luxemburg auf die Kosten vorbereiten», heißt es in einer Mitteilung an die Studierenden im August.

Die Wohnungen der Universität sind erschwinglicher

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