Container – 900 Flüchtlinge für Mamer, Steinfort und Diekirch
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Container900 Flüchtlinge für Mamer, Steinfort und Diekirch

LUXEMBURG - Innenminister Dan Kersch hat am Dienstag bekanntgegeben, in welchen Luxemburger Gemeinden die ersten Flüchtlingscontainer gebaut werden.

Im März kommenden Jahres sollen die Wohncontainer bezugsfertig sein. (Symbolbild: dpa)

Im März kommenden Jahres sollen die Wohncontainer bezugsfertig sein. (Symbolbild: dpa)

Zwei Wochen nachdem Familienministerin Corinne Cahen (DP) angekündigt hat, dass auch in Luxemburg Container für die Unterbringung von Flüchtlingen errichtet werden sollen, ist die Regierung nun fündig geworden. Nach der Kontaktaufnahme zahlreicher Gemeinden erklärte Innenminister Dan Kersch (LSAP) am Dienstag, dass im März kommenden Jahres in Steinfort, Mamer und Diekirch die ersten Wohneinheiten für jeweils 300 Menschen eröffnet werden sollen.

«Angesichts der außergewöhnlichen Lage und der persönlichen Dramen übernimmt die Gemeinde Mamer Verantwortung», erklärt Bürgermeister Gilles Roth (CSV) gegenüber L'essentiel. Das Container-Dorf entstehe auf einem staatlichen Gelände nahe der Europaschule.

Innenminister Kersch betonte, dass es nicht bei den drei Standorten bleiben werde. Man sei auf der Suche nach weiteren Plätzen – möglichst vielen, um die Belastung auf die Gemeinden aufzuteilen. Zu beachten sei, dass es sich bei den Containerdörfern nur um Erstaufnahmestellen handelt. Die Flüchtlinge kämen nur so lange dort unter, bis entschieden ist, ob sie im Großherzogtum bleiben dürfen.

«Ich war erst einmal sprachlos»

Claude Haagen (LSAP), Bürgermeister von Diekirch, erklärt gegenüber L'essentiel: «Es ist nur natürlich, dass wir uns an der nationalen Aufgabe der Flüchtlingshilfe beteiligen. In seiner Gemeinde werde das Container-Dorf nahe der Kaserne aufgezogen. «Außerdem ist die Gemeinde bemüht, längerfristige Unterbringungen für jene zu finden, die länger in Diekirch bleiben wollen, weil etwa ihre Kinder hier zu Schule gehen», so der Gemeindechef.

«Wir werden die Hände für die Flüchtlinge offen halten, aber nicht unter allen Bedingungen», erklärt hingegen Steinforts Oberster Jean-Marie Wirth (CSV): «Als Dan Kersch von 300 Flüchtlingen redete, war ich erst einmal sprachlos. Das ist sehr viel für eine 5000-Seelen-Gemeinde. Deshalb muss der Staat uns helfen, etwa in Sachen Wasser und Strom.» Es müsse klar sein, dass die Menschen, die jetzt kommen, nicht wieder gehen werden: «Ihre Länder sind vollkommen zerstört, also müssen wir uns um die Integration kümmern.» In Steinfort soll das Container-Dorf hinter dem Park&Ride-Parkplatz aufgebaut werden.

Die drei Gemeinden Reihen sich jetzt ein in die Liste der Luxemburger Orte, die als erstes über Aufnahmestellen verfügen werden: Neben Weilerbach sind das Strassen, Ettelbrück, Luxemburg-Stadt und Differdingen.

(pw/L'essentiel)

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