Wegen Smartphone – 900 Millionen könnten bis 2050 taub sein

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Wegen Smartphone900 Millionen könnten bis 2050 taub sein

In einigen Jahren könnte fast eine Milliarde Menschen taub sein. Schuld daran könnten auch die Smartphones haben. Die Uno fordert nun, dass Maßnahmen ergriffen werden.

Mehr als 460 Millionen Menschen sind bereits gehörgeschädigt, weil sie zu lauten Geräuschen ausgesetzt waren. Oft auch über ihr Smartphone.

Mehr als 460 Millionen Menschen sind bereits gehörgeschädigt, weil sie zu lauten Geräuschen ausgesetzt waren. Oft auch über ihr Smartphone.

AFP

Die UNO will die Lautstärke von Smartphones und anderen Audiogeräten weniger schädlich für Nutzer machen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Union internationale de télécommunications (UIT) haben am Dienstag in der Schweiz eine Norm für Regierungen und Hersteller vorgestellt. Mehr als eine Milliarde junger Menschen im Alter von 12 bis 35 Jahren seien von Gehörlosigkeit bedroht.

Wenn keine Maßnahmen ergriffen werden, wird die Zahl der Menschen mit Hörverlust «deutlich zunehmen», sagte die Vertreterin der WHO Shelly Chadha gegenüber Reportern. «Man muss den Leuten Sicherheitsoptionen geben.» Es liege dann an ihnen zu entscheiden, ob sie ihnen folgen oder nicht.

34 Millionen Kinder sind schon taub

Derzeit sind bereits mehr als 460 Millionen Menschen taub geworden, weil sie sich mit lauten Geräuschen, einschließlich Musik, umgeben haben; darunter sind auch 34 Millionen Kinder. Die meisten von ihnen leben in Ländern mit niedrigem und mittlerem Bruttoinlandseinkommen. Die Hälfte aller Fälle könnte durch Maßnahmen der öffentlichen Gesundheitsvorsorge verhindert werden.

Schätzungen sagen, dass bis zum Jahr 2050 900 Millionen Menschen taub sein werden. Dieses Problem werde rund 750 Milliarden Dollar pro Jahr kosten. «Da wir über das Know-how verfügen, um Taubheit zu verhindern, sollten so viele junge Menschen ihr Gehör nicht weiter beschädigen», sagt WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Mess- und Warnsysteme werden empfohlen

Nach vielen Gesprächen mit Regierungsvertretern, Herstellern und Anwendern empfehlen die WHO und auch die UIT ein zuverlässiges Messsystem und eine Warnung, wenn die Lautstärke das empfohlene Maß überschreitet. Zudem sollte ein Kontrollmechanismus den individuellen Konsum überwachen und bewerten.

Ein automatisches Lautstärkenreduzierungssystem und ein Kontrollsystem für Eltern wurden ebenfalls gefordert. Generell sollte jeder Nutzer «in der Lage sein, Informationen über empfohlene Anwendungsweisen zu erhalten», sagt Shelly Chadha.

(L'essentiel/nxp/ats)

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