Verdacht auf Manipulation: 91:1 und 95:0 – Verband untersucht wahnsinniges Tor-Festival in Sierra Leone

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Verdacht auf Manipulation91:1 und 95:0 – Verband untersucht wahnsinniges Tor-Festival in Sierra Leone

Im Aufstiegsrennen der zweiten Liga von Sierra Leone fallen in zwei Spielen unglaubliche 187 Tore. Der Verband hat umgehend Ermittlungen eingeleitet.

Sierra-Leone-Fans am Afrika Cup 2022 in Kamerun.

Sierra-Leone-Fans am Afrika Cup 2022 in Kamerun.

REUTERS

Tore-Wahnsinn in der zweithöchsten Liga von Sierra Leone! Die punktgleichen Gulf FC und Kahunla Rangers lieferten sich im Kampf um den letzten Playoff-Platz ein spektakuläres Fernduell. Während Gulf FC gleich mit 91:1 gegen Koquima Lebanon siegte, kamen die Kahunla Rangers gar zu einem 95:0 gegen Lumbebu United. Noch kurioser: Zur Pause hatte es jeweils nur 7:1 und 2:0 gestanden. 

Wenig überraschend hat der Verband von Sierra Leone umgehend Ermittlungen wegen Spielmanipulation angekündigt. «Wir können nicht tatenlos zusehen, wie eine solch peinliche Situation ungestraft bleibt», erklärte Verbandspräsident Thomas Daddy Brima gegenüber BBC Sport Africa. Er sprach dabei von einer «null Toleranz» gegenüber Manipulationen, alle Verantwortlichen würden zur Rechenschaft gezogen. Zudem werde sich auch die Antikorruptionskommission des Landes mit dem Fall beschäftigen.

Schiedsrichter verschwindet in der Pause

Bei den involvierten Vereinen will man von einer möglichen Spielmanipulation nichts wissen. Der mit 1:91 unterlegene Koquima Lebanon ließ verlauten, dass es sich eigentlich nur um ein Freundschaftsspiel gehandelt habe. Es habe sich um eine Partie zwischen «Spielern der Community, darunter einige Koquima-Spieler» gehandelt. Die zweite Hälfte soll zudem ohne den offiziellen Schiedsrichter stattgefunden haben. Dieser habe sich nach dem 7:1-Pausenstand geweigert, die Partie fortzusetzen.

Der Lumbebu-Manager, der interimsmäßig auch den Trainerjob übernahm, gab gegenüber BBC Sport Africa zu, dass er irgendwann den Überblick in Sachen Tore verloren hat. Mohamed Jan Saeid Jalloh sagte: «Wir haben in der zweiten Halbzeit viele Gegentore kassiert.» Und: «Ich war frustriert und habe irgendwann sogar wütend die Seitenlinie verlassen. Ich war danach unkonzentriert, daher kann ich nicht einmal sagen, wie viele Gegentore wir insgesamt kassiert haben.» Ihm sei jedenfalls «keine Spielmanipulation bekannt».

Es ist nicht das erste Mal, dass es in einer afrikanischen Fußball-Liga zu einem abstrusen Ergebnis kommt. So ist es Mitte Juni in Südafrikas vierter Liga zu einem extremen Betrug gekommen. Involviert waren vier Vereine, für die der Verband lebenslange Sperren ausgesprochen hat. Damals hießen die Ergebnisse 59:1 und 33:1.  

(law)

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