Erneuerbare Energien – Ab 2014 kein Atomstrom mehr in Saarbrücken

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Erneuerbare EnergienAb 2014 kein Atomstrom mehr in Saarbrücken

SAARBRÜCKEN - Die saarländische Landeshauptstadt Saarbrücken will ab 2014 ohne Atomstrom auskommen.

Ab dem Jahr 2014 kann Saarbrücken komplett ohne Atomstrom auskommen. Das sagte der Sprecher der Geschäftsführung der Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft Saarbrücken mbH (VVS), Dr. Dieter Attig. Die gesamte Strommenge könne Aus Anlagen erzeugt werden, die den örtlichen Versorger gehören. Der Saarbrücker Stadtwerke-Konzern sei dafür bestens aufgestellt und habe seine zurzeit im Bau befindlichen, dezentralen Kraftwerke darauf ausgerichtet.

Pro Jahr werden in der Landeshauptstadt ca. 1.200 GWh Strom benötigt. Davon stammen 2,5 Prozent aus nuklearer Quelle, so die Angaben auf Nachfrage von L'essentiel Online. Gemeinsam mit dem Heiz-kraftwerk Römerbrücke, das der ESLL gehören wird, und dem zurzeit im Bau befindlichen Heizkraftwerk Süd der VVS, den Blockheizkraftwerken der VVS sowie weiteren ca. 300 GWh aus vorhandenen Kohlekraftwerken in Fenne könne ein Strombedarf in dieser Höhe gedeckt werden so Dr. Dieter Attig.

Nach Atomstrom Kohlestrom ersetzen

In einem zweiten Schritt müsse dann nach 2014 gezielt daraufhin gearbeitet werden, den Kohlestrom durch Strom aus Erneuerbaren Energien zu ersetzen. Das könne zum Beispiel durch Windkraft geschehen so der der Sprecher der Geschäftsführung der VVS weiter. Denn die elektrische Leistung aus erdgasgefeuerten Heizkraftanlagen erlaube einen Zubau von Windkraftanlagen in gleicher Leistung, die dann durch Heizkraftanlagen vollständig abgesichert würde - also z. B. wenn der Wind nicht weht. Mit diesem Potenzial aus Windkraft ließe sich der Kohlestrom voll ersetzen.

Gemäß der im neuen Masterplan Energie der Landesregierung vorgesehenen Ausbaugeschwindigkeit könne dieses Szenario bis 2025 erreicht werden. «Eine 100-prozentige Stromversorgung der Landeshauptstadt Saarbrücken durch Erneuerbare Energien wäre bis 2050 denkbar» so Attig abschliessend.
Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz, unterstützt und fördert diesen Vorstoß: «Wir wollen ein lebenswertes Wohnumfeld schaffen und in die Zukunft unserer Bürgerinnen und Bürger investieren. Dazu gehört zwangsläufig der Ausstieg aus der Atomkraft. Gerade auch die Nähe zu Cattenom mache deutlich, wie sehr jeder Einzelne davon betroffen sein kann. Denn im Ernstfall machten die Folgen einer atomaren Katastrophe auch vor Grenzen nicht halt.»

L’essentiel Online

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