VW-Absturz – Abgasskandal vernichtet über 11 Milliarden Euro

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VW-AbsturzAbgasskandal vernichtet über 11 Milliarden Euro

Die Volkswagen-Aktie ist am Montagmorgen um rund 20 Prozent getaucht. Zuvor hatte der Konzern eingestanden, in den USA die Abgaswerte manipuliert zu haben.

Angesichts des Skandals um mutmaßlich manipulierte Abgaswerte in den USA hat die Volkswagen-Aktie an der Frankfurter Börse massiv an Wert verloren. Sie sackte im Verlauf des Montagvormittags um gegen 20 Prozent ab. Um 10.30 Uhr stand der Titel bei 131 Euro. Das entspricht einem Marktwertverlust von etwas mehr als 11 Milliarden Euro.

Der Autobauer soll in den USA mit einer Software Umwelt-Vorgaben umgangen haben. Die US-Umweltbehörde EPA hatte am Freitag mitgeteilt, dass der deutsche Konzern eine Software entwickelt habe, die Vorgaben zur Luftreinhaltung zwar bei Tests, nicht aber beim normalen Betrieb der Autos erfülle.

Die betreffenden Vorschriften seien bewusst umgangen worden. Der Behörde zufolge stoßen die betroffenen Autos im Ergebnis größere Mengen an Schadstoffen aus als erlaubt. Insgesamt geht es demnach um 482.000 Diesel-Fahrzeuge in den USA, die nun nachgebessert werden sollen.

Autoexperte fordert Rücktritt des VW-Chefs

Wegen der Affäre um die manipulierten Abgaswerte legt Experte Ferdinand Dudenhöffer dem Konzernchef Martin Winterkorn einen Rücktritt nahe. Als direkter Verantwortlicher für Forschung und Entwicklung habe der Vorstandsvorsitzende entweder von den Manipulationen gewusst oder sei ahnungslos und habe seinen Geschäftsbereich nicht im Griff, sagte Dudenhöffer der «Frankfurter Rundschau» von heute. «In beiden Fällen würde ich sagen, dass Winterkorn an der Konzernspitze nicht mehr tragbar ist.»

Die Vorsitzende des Umweltausschusses im Bundestag, die Grünen-Politikerin Bärbel Höhn, erklärte, eine «so umfassende Softwaremogelei» müsse mit dem Wissen der Führung in Wolfsburg passiert sein. «Alles andere würde mich wundern.» Ihrer Auffassung nach könnten auch noch andere Automarken im Ringen um die Einhaltung von Abgasvorschriften in Europa und den USA bei Manipulationen erwischt werden. Sie würde sich darüber «nicht wundern».

Auch europäische Modelle betroffen?

Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen schloss in der «FR» nicht aus, dass auch Modelle für den europäischen Markt mit der Software ausgestattet sein könnten. «Wenn ein Weltkonzern auf einem so wichtigen Markt wie dem nordamerikanischen die Werte manipuliert, dann sollte dringend überprüft werden, ob das nicht auch bei uns geschehen ist», sagte Dudenhöffer der Zeitung.

Vorsätzlich falsche Herstellerangaben in umwelt- und gesundheitspolitisch sensiblen Bereichen müssten in Deutschland strafrechtlich verfolgt werden, forderte er. «Der Justiz- und der Umweltminister müssen gemeinsam dafür sorgen, dass solche Praktiken unter das Strafrecht fallen.» Bisher seien nur zivilrechtliche Klagen möglich.

Der Skandal ist für VW laut Dudenhöffer eine «Imagekatastrophe par exellence». Der Konzern hat nach eigenen Angaben inzwischen eine externe Untersuchung in Auftrag gegeben. Winterkorn äußerte am Sonntag zudem sein Bedauern, «dass wir das Vertrauen unserer Kunden und der Öffentlichkeit enttäuscht haben».

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