Luxemburg: Abgeordnete erwarten «offene und direkte» Rede von Selenskyj
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LuxemburgAbgeordnete erwarten «offene und direkte» Rede von Selenskyj

LUXEMBURG – Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wird am Donnerstag per Videokonferenz vor der Abgeordnetenkammer sprechen. Diese erwarten eine offene Ansprache mit klaren und direkten Forderungen.

von
Joseph Gaulier
Wolodymyr Selenskyj bei seiner Rede vor dem britischen Parlament.

Wolodymyr Selenskyj bei seiner Rede vor dem britischen Parlament.

AFP

Das luxemburgische Parlament bereitet sich darauf vor, Wolodymyr Selenskyj anzuhören. Der ukrainische Präsident wird am Donnerstagmorgen per Videokonferenz zugeschaltet. «Ich erwarte eine engagierte Rede und ein Zeugnis über das Elend, das die Bevölkerung seit der russischen Invasion erlebt», sagt Yves Cruchten (LSAP), Vorsitzender des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten. Er geht davon aus, dass Selenskyj «die gleichen Forderungen stellen wird wie vor den anderen Parlamenten, die ihn in den vergangenen Wochen eingeladen haben» – nämlich eine Verschärfung der Sanktionen gegen Russland sowie mehr Hilfe für die Ukraine.

«Ich bin überzeugt, dass seine Botschaft offen und direkt sein wird», erklärt Claude Wiseler (CSV), «er wird uns sagen, was die Ukraine braucht.» Nach Ansicht des Oppositionsmitglieds war es richtig, dass die Regierung die Sanktionspakete auf europäischer Ebene unterstützt hat. «Aber ich hätte erwartet, dass sie mehr Sanktionen fordert und auf ein Gasembargo drängt», sagt er und fügt hinzu: «Wir müssen aggressiver sein, denn im Moment zahlen wir für Putins Kriegsmaschinerie.»

Auch die Frage der Waffenlieferungen wird wohl angesprochen. «Die Regierung hat bereits Material im Wert von 50 Millionen Euro geliefert, was nicht unerheblich ist», meint Yves Cruchten. Fernand Kartheiser (ADR), ist der Ansicht, dass diese Waffen «eine Verlängerung des Konflikts zur Folge haben werden, da es illusorisch ist zu glauben, dass die Ukraine Russland militärisch besiegen kann». Er hofft, dass Wolodymyr Selenskyj «eine umfassende Vision für einen Waffenstillstand vorlegen wird». Claude Wiseler spricht anlässlich der Rede des ukrainischen Präsidenten zwar von einem «Tag der Solidarität», allerdings geht er davon aus, dass die im Anschluss geplante Debatte nicht wirklich einvernehmlich sein wird.

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