Luxemburg – Abgeordnete nach dem Tod ihres Hundes bedroht
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LuxemburgAbgeordnete nach dem Tod ihres Hundes bedroht

SASSENHEIM – Simone Asselborn-Bintz wurde im Internet angefeindet, nachdem sie ihren kranken Hund einschläfern ließ. Sie ruft zu Maßnahmen gegen Online-Belästigung auf.

Simone Asselborn-Bintz will auf das Thema Cybermobbing aufmerksam machen.

Simone Asselborn-Bintz will auf das Thema Cybermobbing aufmerksam machen.

Editpress/Archives / Tania Feller

«Meine Familie und ich haben eine schwierige Zeit hinter uns», klagt Simone Asselborn-Bintz. Die LSAP-Abgeordnete und Bürgermeisterin von Sassenheim berichtet gegenüber L'essentiel von heftigen Angriffen gegen sie und ihre Familie in den sozialen Netzwerken wegen einer privaten Entscheidung. Der Familienhund war erkrankt, die Familie entschied sich, das Tier von seinem Leid zu erlösen. Daraufhin erreichte die Politikerin, wie sie sagt, «schreckliche Nachrichten». Auf der Facebook-Seite einer Tierschutzplattform erschien ein Beitrag, in dem behauptet wurde, dass die Abgeordnete habe einen Hund einschläfern lassen, um ihn loszuwerden.

Der anonym verfasste Post war in der ersten Person geschrieben, als würde der Hund selbst sprechen. Der Ich-Erzähler behaupte, er sei nicht krank gewesen. «Wir lieben Tiere, und der Tod des Hundes war kein unbedeutendes Ereignis. Aber wir mussten ihn einschläfern, weil er sehr krank war», sagt Simone Asselborn-Bintz. Sie stellte Strafanzeige gegen Unbekannt, während der Post noch am selben Tag zurückgezogen wurde. «Aber er wurde innerhalb weniger Stunden 300 Mal geteilt», seufzt die LSAP-Politikerin. Die Bürgermeisterin wittert hinter dem Vorfall ein «politisches Manöver». Der Post in luxemburgischer Sprache bezog sich auf Gemeindezeitung und auf die Funktion der Abgeordneten.

Simone Asselborn-Bintz möchte vor allem auf das Problem des Cybermobbing aufmerksam machen. «Ich möchte den jungen Opfern dieses Phänomens sagen, dass sie sich nicht schikanieren lassen dürfen», sagt Asselborn-Bintz. Die Opfer müssten darüber sprechen und sich Hilfe holen, sonst werde das Problem nicht gelöst, betont die Politikerin. Asselborn-Bintz kritisierte auch «diejenigen, die Nachrichten veröffentlichen und weitergeben, ohne etwas über die betreffenden Fälle oder dessen Hintergrund zu wissen».

(L'essentiel)

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