Umstrittenes Projekt – Abgeordnete stimmen dem Trambau zu
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Umstrittenes ProjektAbgeordnete stimmen dem Trambau zu

LUXEMBURG - Die Abgeordneten der Chamber haben sich am Mittwochabend für den Bau der Tram in der Hauptstadt ausgesprochen.

Nach Jahren der Diskussionen und einer öffentlichen Debatte als Folge der Online-Petition haben die Abgeordneten am Mittwochnachmittag dem Trambau in der Hauptstadt grünes Licht gegeben. 56 Abgeordnete haben sich für das Projekt ausgesprochen, 3 stimmten dagegen, bei einer Enthaltung. Mit der Abstimmung wurde ebenfalls der Bau einer neuen Zughaltestelle im Pfaffenthal «Pont Rouge» abgesegnet.

Vergangene Woche fand eine öffentliche Debatte mit den Mitgliedern der zuständigen Ausschüsse des Parlaments und dem Minister für Infrastruktur, François Bausch (Déi Gréng), über das Tram-Projekt statt. Anlass war eine Online-Petition für ein Tram-Referendum, die mehr als 4'500 Unterschriften gesammelt hatte. Eine große Mehrheit der Abgeordneten sprach sich dabei gegen ein Referendum aus - zum Ärger der Petitionäre.

Wiseler: Tram bringt mehr Probleme als Lösungen

Das Tram-Projekt wurde am Mittwoch in der Chamber erneut intensiv diskutiert. Die Opposition unterstrich, dass das Projekt mehr «Probleme als Lösungen bringen würde.» Laut Ex-Transportminister Claude Wiseler (CSV) würde die Tram-Linie, die vom Hauptbahnhof zum Kirchberg führen soll, die Stadt in zwei Teile trennen, ohne in der Lage zu sein, die Hauptstadt vom hohen Verkehrsaufkommen zu entlasten.

LSAP-Abgeordneter Roger Negri zeigte sich zwar informiert über die mit dem Projekt verbundenen Probleme der Anwohner und Geschäftsleute. Er betonte aber, dass das Projekt die Infrastruktur in der Hauptstadt nachhaltig verbessern solle. «Mit der Tram würde eine neue Lebensqualität entstehen, das Stadtbild wird umgestaltet», so Negry weiter.

Die Grünen setzen auf Lärmverringerung

Auch die grüne Abgeordnete Viviane Loschetter plädierte für den Trambau. Die Tram sei ein wichtiges Element, um den Verkehr in der Hauptstadt und den Lärm zu verringern. Denn die Tram fahre emissionsfrei, so Loschetter. Die Abgeordnete erinnerte, dass jeder Autofahrer im Durchschnitt täglich mehr als 30 Minuten in den Staus in Luxemburg-Stadt verbringe. Dies bremse die wirtschaftliche Entwicklung in der Haupstadt, aber auch im ganzen Land.

Am Anfang der Debatte in der Chamber hatte der ADR-Abgeordnete Fernand Kartheiser einen Antrag für ein Tram-Referendum eingereicht, der vom Parlament abegelehnt wurde.

Die neue Tram-Linie soll ab 2021 vom Stadviertel Cloche d'Or über den neuen Bahnhof auf dem Kirchberg bis zum Findel führen. Die Kosten des Projektes betragen 345 Millionen Euro, zwei Drittel zahlt der Staat, ein Drittel die Hauptstadt. Die neue Haltestelle «Pont Rouge» soll 2017 in Betrieb genommen werden. Die neue Infrastruktur wird den Staat 96,3 Millionen Euro kosten. An Unterhaltungskosten fallen zusätzlich 665‘000 Euro pro Jahr an.

(if/cm/L'essentiel)

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