Polizeieinsatz – Acht Menschen in Luxemburger Lkw-Auflieger

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PolizeieinsatzAcht Menschen in Luxemburger Lkw-Auflieger

LUXEMBURG/TRIER – Im einem Sattelauflieger, den er in Luxemburg abgeholt hatte, bemerkte ein Lkw-Fahrer aus Polen plötzlich Klopfgeräusche. Darin befanden sich acht Menschen.

Foto: BUNDESPOLIZEI TRIER

Foto: BUNDESPOLIZEI TRIER

Die deutsche Polizei hat am Mittwochmorgen acht Menschen festgenommen, die aus einem Lkw-Auflieger flüchteten, den ein polnischer Lkw-Fahrer in der Nacht auf Mittwoch aus Luxemburg abgeholt hatte. Die Polizei spricht von «Szenen wie im Krimi», die sich anschließend auf der A64 an der deutsch-luxemburgischen Grenze abgespielt haben.

Der Fahrer wurde gegen 6 Uhr auf die blinden Passagiere aufmerksam, weil er Klopfgeräusche aus dem Innern des Aufliegers hörte. Als er das Fahrzeug am Parkplatz Markusberg stoppte, schlitzten sie die Plane auf und traten die Flucht zu Fuß an. Der Fahrer hat die Szene zum Beweis auf Video aufgenommen.

Ziel war Großbritannien

Die Polizei leitete sofort eine Fahndung ein. Auch ein Hubschrauber kam zum Einsatz. Einer Streife gelang es schließlich, die Flüchtigen gegen 8 Uhr festzunehmen. Bei den Personen handelte es sich um sechs Erwachsene
und zwei Jugendliche aus Afghanistan, Irak und dem Iran. Alle Personen wurden zunächst zur Bundespolizeiinspektion Trier verbracht.

Im Laufe der Ermittlungen stellte sich heraus, dass die Personen in einem Transporter von Paris nach Luxemburg gebracht und dort in den Sattelauflieger gestiegen sind. Ihr eigentliches Ziel sei nicht Deutschland gewesen, sondern
Großbritannien.

Fahrer darf Dienststelle verlassen

Einer der Iraker wurde im Februar 2018 wegen Urkundenfälschung zu einer Haftstrafe von 30 Tagen verurteilt. Er wurde ins Trierer Gefängnis gebracht. Die beiden Jugendlichen wurden dem Jugendamt Trier übergeben, ein 27-jähriger Afghane nach Frankreich rückgeführt. Die vier weiteren Erwachsenen wurden dem Bundesamt für Migration übergeben.

Der Tatvorwurf der Schleusung gegen den Fahrer des Lkw erhärtete sich nicht, sodass er die Polizeidienststelle wieder verlassen konnte. Die Bundespolizeiinspektion Trier hat gegen die Personengruppe Strafverfahren, unter anderem wegen unerlaubter Einreise und unerlaubtem Aufenthalt, eingeleitet.

(sw/L'essentiel)

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