Prozessbeginn Wuppertal – Acht Teenager (14-17) vergewaltigten Mädchen
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Prozessbeginn WuppertalAcht Teenager (14-17) vergewaltigten Mädchen

Sie ließen erst vom Opfer ab, als eine Spaziergängerin kam: In Wuppertal sind Jugendliche wegen Gruppenvergewaltigung angeklagt. Reue? Fehlanzeige.

Unter starken Sicherheitsvorkehrungen hat in Wuppertal der Prozess um die Gruppenvergewaltigung eines 13-jährigen Mädchens begonnen. Insgesamt acht Jugendliche aus Bulgarien im Alter von 14 bis 17 Jahren sollen einem Mädchen nach einem Freibadbesuch aufgelauert, es in einen Wald gezerrt und dort sexuell missbraucht haben.

Die Familien eines 15-Jährigen und eines 14-Jährigen hatten sich nach Bulgarien abgesetzt, bevor die Jugendlichen dort festgenommen wurden. Ihnen soll in einem gesonderten Verfahren der Prozess gemacht werden.

Opfer suchte selbst nach den Tätern

Das 13-jährige Opfer hatte selbst zur Festnahme der Tatverdächtigen beigetragen, wie Spiegel.de schreibt: Sie suchte mit einer Freundin so lange Facebook-Gruppen, bis sie einen der mutmaßlichen Täter auf einem Foto wiedererkannte. Das Foto war der Polizei auf der Suche nach den Tätern behilflich.

Die acht Teenager hatten das Mädchen im April dieses Jahres in einem Schwimmbad sexuell belästigt. Als die 13-Jährige sich auf den Heimweg machte, zerrten sie sie in ein Waldstück. Die beiden 14- und 15-jährigen Hauptangeklagten sollen das Mädchen danach mehrfach vergewaltigt haben. Die anderen standen dabei und befriedigten sich selbst. Einer filmte das Verbrechen mit seinem Handy, um die Aufnahme später herumzeigen zu können. Erst als eine Spaziergängerin sich näherte, ließen die Jugendlichen von ihrem Opfer ab.

Umfassende Geständnisse fehlen

Die Staatsanwaltschaft hält die Beweislage für erdrückend. Neben der Handyaufnahme gibt es DNA-Spuren sowie die Aussagen der Spaziergängerin und des Opfers selbst.

Möglicherweise muss das Mädchen vor Gericht den mutmaßlichen Vergewaltigern noch einmal begegnen und gegen sie aussagen – weil umfassende Geständnisse bislang fehlen. «Das belastet sie sehr», sagte ihre Anwältin.

In den Vernehmungen hätten die Angeklagten zunächst wenig Reue gezeigt, so Spiegel.de. «Sie hat es doch gewollt», hätten sie ausgesagt.

«Bulgarien ist ein EU-Land»

Die Untersuchungshaft habe bei einigen zu einem Umdenken geführt, versichern die Verteidiger von zwei Angeklagten. Der Älteste der Angeklagten, der 17-Jährige, gab an, dass er «erst etwas später» dazugekommen sei und nicht richtig fand, was da passierte. «Weil er der Älteste war, wollte er nicht kneifen», so sein Verteidiger.

Nachdem der Fall publik geworden war, war in sozialen Netzwerken die Rede davon, dass Flüchtlinge ein deutsches Mädchen vergewaltigt hätten. «Es stimmt einfach nicht», so Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert. «Es waren keine Flüchtlinge. Bulgarien ist ein EU-Land.»

Der Jugendstrafprozess findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit und unter hohen Sicherheitsvorkehrungen statt.

(L'essentiel/gux/sda)

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