Kopten-Morde – Ägypten bombardiert IS-Ziele in Libyen

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Kopten-MordeÄgypten bombardiert IS-Ziele in Libyen

Ägypten reagiert auf die Ermordung seiner Staatsbürger. Am Montagmorgen flog die Armee Bombenangriffe auf IS-Ziele in Libyen.

Die ägyptische Armee fliegt Luftangriffe gegen Ziele auf libyschem Boden. (Bild: AFP/Karim Sahib)

Die ägyptische Armee fliegt Luftangriffe gegen Ziele auf libyschem Boden. (Bild: AFP/Karim Sahib)

Nach Veröffentlichung eines grauenvollen Videos mit Bildern einer mutmaßlichen Massenenthauptung von Christen haben ägyptische Kampfflugzeuge Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat in Libyen angegriffen. Ein Sprecher des kommandierenden Generals der bewaffneten Kräfte gab die Angriffe am Montag im staatlichen Radio bekannt. Damit gestand Kairo erstmals öffentlich militärische Aktionen im benachbarten Libyen ein.

In Libyen sorgen Extremisten, die von beiden Ländern als Bedrohung angesehen werden, seit Monaten für Unruhe. Am Sonntag war im Internet ein Video veröffentlicht worden, das die Gräueltat zeigen soll. IS-Anhänger in Libyen hatten nach eigenen Angaben seit Wochen 21 koptische Christen aus Ägypten in ihrer Gewalt und bedrohten diese mit dem Tod.

Scharfe Kritik von den USA

Ob das jüngste Video echt ist, war zunächst nicht unabhängig zu prüfen. Doch die Regierung in Kairo und die Koptische Kirche bestätigten die Ermordung der Geiseln und schworen Rache. Die USA verurteilten die mutmaßliche Bluttat scharf. Es war eines der ersten Enthauptungsvideos eines IS-Partners, das von außerhalb des Kerngebiets der Gruppe - Syrien und Irak - kam.

In einer Mitteilung des ägyptischen Militärs hieß es, Kampfflugzeuge hätten Waffenverstecke und Übungscamps der Terroristen angegriffen. Dann seien sie sicher zurückgekehrt. Die Angriffe seien geflogen worden, um «das Blutvergiessen zu rächen und die Mörder zu bestrafen». Alle sollten wissen, dass Ägypten ein Schutzschild habe.

IS-Kämpfer sprechen von Angriff auf Italien

Die libysche Luftwaffe gab bekannt, Luftangriffe auf die im Osten des Landes liegende Stadt Darna geflogen zu haben, die von einem Verbündeten der IS-Terrormiliz im letzten Jahr eingenommen worden war. Die auf der Facebook-Seite des Luftwaffenchefs veröffentlichte Bekanntmachung enthielt keine weiteren Details.

Die jüngsten Morde deuten darauf hin, dass sich nur weniger als 500 Kilometer von der Südspitze Italiens ein direkter Partner des IS niedergelassen hat. In dem Video der Kämpfer wird gesagt, die Gruppe plane nun «Rom zu erobern». Der IS kontrolliert bereits rund ein Drittel Syriens und des Iraks in einem selbst erklärten Kalifat.

Morde als Rache für Osamas Erschiessung

Das am Sonntag veröffentlichte Video zeigt mehrere Männer in orangefarbenen Overalls, die zu einem Strand geführt wurden. Jeder wird von einem maskierten Extremisten begleitet. Einer der Extremisten, der anders angezogen ist als seine Kumpane, spricht in Englisch mit nordamerikanischem Akzent in die Kamera. «Das Meer, in dem ihr die Leiche von Scheich Osama bin Laden verborgen habt, wird, so schwören wir bei Allah, sich mit eurem Blut mischen», sagte er.

Dann werden die Opfer mit dem Gesicht nach unten auf den Boden gelegt und gleichzeitig enthauptet. Der extremistische Wortführer deutet nach Norden und fügt hinzu: «Wir werden Rom erobern, wenn Allah es uns erlaubt.» Die Macher des Videos nennen sich selbst die Provinz Tripolis des Islamischen Staats.

Ägypten trauert

Ägyptens Regierung rief eine siebentägige Trauerzeit aus. Staatschef Abdel Fattah al-Sisi ordnete ein Krisentreffen zur Nationalen Sicherheit an. Die Koptische Kirche wandte sich an ihre Gläubigen. «Sie können gewiss sein, dass ihre grosse Nation nicht ruhen werde, bis Vergeltung an den niederträchtigen Kriminellen geübt wird.»

In Washington zeigte sich Regierungssprecher John Earnest entsetzt. Die Grausamkeit der IS-Extremisten «kennt keine Grenzen», erklärte er.

(L'essentiel/sda)

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