Impf-Kampagne in Luxemburg – Ärztekammer fordert Impfpflicht ab 18
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Impf-Kampagne in LuxemburgÄrztekammer fordert Impfpflicht ab 18

LUXEMBURG – Die Ärztekammer (Collège Médical) ist der Ansicht, dass die Regierung nicht weit genug geht, wenn sie die Impfpflicht nur für über 50-Jährige einführt.

Die Impfpflicht für über 18-Jährige und Pflegepersonal geht der Ärztekammer nicht weit genug.

Die Impfpflicht für über 18-Jährige und Pflegepersonal geht der Ärztekammer nicht weit genug.

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Luxemburg bereitet sich auf die Einführung einer Impfpflicht für über 50-Jährige und Pflegepersonal vor. Eine Frage, die von wissenschaftlichen Experten entschieden wurde, rechtfertigte sich Premierminister Xavier Bettel (DP) in der Abgeordnetenkammer. Während man auf gesetzgeberischer Ebene auf Fortschritte wartet, geht die Debatte in der Gesellschaft weiter.

Die Ärztekammer (Collège Médical) setzt sich für «eine allgemeine Impfpflicht» ein. «Die allgemeine Impfpflicht für Personen über 18 Jahre wird aus Gründen der Gerechtigkeit, der Solidarität und des sozialen Zusammenhalts begründet», so die gewählten Vertreter der Ärzte, Zahnärzte und Apotheker in einer am Donnerstag verbreiteten Erklärung.

Zwar erklären sie, dass sie die Stellungnahme der Ärzte Arendt, Muller, Schockmel, Staub und Wilmes, die ernannt wurden, um die Regierung in dieser Frage zu beraten, begrüßten, doch hielten sie die auf den Gesundheitssektor und auf Personen über 50 Jahre beschränkte Pflicht «sowohl aus wissenschaftlicher als auch aus gesellschaftlicher Sicht für fragwürdig».

Menschen unter 50 Jahren sind «die aktivsten in unserer Gesellschaft»

Für die Ärztekammer, die ebenfalls konsultiert wurde und eine Stellungnahme an das Gesundheitsministerium und die Chamber abgegeben hat, sind Menschen unter 50 Jahren «die aktivsten in unserer Gesellschaft, die mobilsten mit den meisten sozialen Kontakten und somit die ersten, die sich infizieren und das Virus weitergeben können». Immer mehr Menschen zwischen 30 und vierzig Jahren würden wegen einer Corona-Infektion ins Krankenhaus eingeliefert. Die Ärzte sind zudem über eine «ungerechte gesellschaftliche Spaltung» besorgt.

Die fünf von der Regierung ernannten Experten waren der Ansicht, dass die Einführung einer Impfpflicht für über 50-Jährige und Pflegepersonal eine Überlastung des Gesundheitssystems verhindern würde, sodass man «zu einer normalen Gesundheitssituation zurückzukehren» und «eine große Bedrohung für die öffentliche Gesundheit beenden» könne. 75 Prozent der Krankenhauspatienten und 98,5 Prozent der Corona-Todesopfer seien über 50 Jahre alt gewesen, argumentierten sie.

(th/L'essentiel)

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