In Luxemburg – Ärztevereinigung spricht sich für Impfpflicht aus
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In LuxemburgÄrztevereinigung spricht sich für Impfpflicht aus

LUXEMBURG – Die Association des médecins et médecins-dentistes (AMMD) befürwortet die allgemeine Impfpflicht für Erwachsene.

Die Ärztevereinigung im Großherzogtum hat sich für eine Impfpflicht für Erwachsene ausgesprochen.

Die Ärztevereinigung im Großherzogtum hat sich für eine Impfpflicht für Erwachsene ausgesprochen.

DPA

Die Ärztevereinigung AMMD hat sich in einem am Donnerstag veröffentlichten Schreiben für die allgemeine Corona-Impfpflicht für Erwachsene ausgesprochen. Ausgenommen sind Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können. Wie die Vereinigung mitteilt, sollte die Impfpflicht jedoch regelmäßig auf wissenschaftlicher Basis neu bewertet und den Entwicklungen der Pandemie angepasst werden.

Die AMMD sei zu diesem Schluss gekommen, da sämtliche Aufrufe zur freiwilligen Impfung «nicht zu einer ausreichenden Impfquote geführt haben», wie es in dem Schreiben heißt. Die zugelassenen Impfstoffe seien im Allgemeinen gut verträglich und aktuell der einzige Weg, um die Bevölkerung vor schweren Covid-19-Verläufen zu schützen.

« Luxemburg ist ein hochgradig gefährdetes Land »

Eine Impfpflicht, die nur für bestimmte Berufsgruppen gilt, lehnt die Ärztevereinigung indes ab. Wie auch der Dachverband der Pflegedienstleister in Luxemburg (Copas) zuletzt erklärte, führe eine sektorale Impfpflicht nach Ansicht der AMMD zu einer Stigmatisierung einzelner Berufsgruppen. Außerdem reiche eine solche Maßnahme nicht aus, um einen besseren Schutz der gesamten Bevölkerung zu erreichen.

Sich lediglich auf die Hoffnung zu verlassen, dass die Omikron-Variante die Delta-Variante verdrängt und zudem mildere Krankheitsverläufe hervorruft, sei zum jetzigen Zeitpunkt verfrüht. Besonders ältere Menschen liefen Gefahr durch das Virus zu sterben, während Kinder und Jugendliche durch die pandemiebedingten Einschränkungen in ihrer Entwicklung beeinträchtigt würden.

Die Impfpflicht diene jedoch nicht nur dem Schutz des Einzelnen, sondern schütze auch vor dem Zusammenbruch des Gesundheitssystems. Luxemburg sei ein «hochgradig gefährdetes Land, da die Ressourcen des Gesundheitswesens aufgrund seiner Bevölkerungszahl und seiner Fläche sehr begrenzt sind.»

(sw/L'essentiel)

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