Tino Chrupalla: AfD-Vorsitzender bemüht sich nach Chaos-Parteitag um Schadensbegrenzung
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Tino ChrupallaAfD-Vorsitzender bemüht sich nach Chaos-Parteitag um Schadensbegrenzung

Wie ungeeint die AFD ist, hat sich bei der ersten Themen-Debatte nach der Wahl gezeigt. Der Parteitag überwarf sich fast über eine Europaresolution.

19.06.2022, Sachsen, Riesa: Tino Chrupalla (r), AfD-Bundesvorsitzender, und Alice Weidel, AfD-Bundesvorsitzende, stehen auf dem Bundesparteitag der AfD in der Sachsenarena auf der Bühne. Am dritten und letzten Tag des Delegiertentreffens geht es um Inhalte wie die Außen- und Europapolitik und um Parteistrukturfragen. Foto: Sebastian Kahnert/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Tino Chrupalla (r), AfD-Bundesvorsitzender, und Alice Weidel, AfD-Bundesvorsitzende, auf dem Bundesparteitag der AfD in der Sachsenarena.

Sebastian Kahnert/dpa

Der AfD-Vorsitzende Tino Chrupalla hat sich nach dem vorzeitigen Ende des Parteitags in Riesa um Schadensbegrenzung bemüht. Der Parteitag sei nicht abgebrochen, sondern «ordnungsgemäß durch Votum der Delegierten beendet worden», sagte Chrupalla am Sonntag. Es sei «klar, dass nach drei Tagen die Nerven ein bisschen blank liegen». Daraus könne aber «kein Skandal» gemacht werden.

Der Parteitag endete am späten Sonntagnachmittag nach heftigem Streit über eine Europa-Resolution; zahlreiche inhaltliche Anträge wurden nicht mehr behandelt.

Chrupalla hob hervor, dass er bei seinem zweiten Versuch, den umstrittenen Europa-Text an den Bundesvorstand zu verweisen, von einigen Landeschefs unterstützt wurde. Daher sei der Tag «absolut optimal» für ihn verlaufen, sagte der AfD-Chef auf die Frage, ob unmittelbar nach seiner Wiederwahl seine Autorität bereits beschädigt sei.

Die Vorsitzenden der Landesverbände von Hessen, Sachsen, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen stellten sich hinter Chrupalla auf die Bühne, als dieser einen zweiten Anlauf zur Überweisung der Europa-Resolution an den Bundesvorstand machte. Ein erster Antrag dazu war am früheren Nachmittag noch gescheitert.

Keine Resolution zum Ukraine-Krieg

Auch seine neue Ko-Parteichefin Alice Weidel und der Ehrenvorsitzende Alexander Gauland stärkten Chrupalla beim zweiten Antrag auf der Bühne den Rücken. Dieser erhielt schließlich 55,65 Prozent der Stimmen; 44,35 Prozent der Delegierten waren dagegen.

Direkt nach dieser Abstimmung setzte sich ein Antrag durch, auf die Behandlung der zahlreichen noch offenen Tagesordnungspunkte zu verzichten und den Parteitag sofort zu beenden.

Unter anderem sollten die Delegierten eine Resolution zum Ukraine-Krieg verabschieden, außerdem gab es Anträge für den Aufbau AfD-freundlicher Medien. Auch die von Höcke angestrebte Kommission für eine Strukturreform in der Partei wurde nicht mehr behandelt. Chrupalla sagte, damit werde sich als erstes der neue Bundesvorstand befassen.

(L'essentiel/dpa)

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