Gehalt ohne Tätigkeit – Affäre Mossong: Was wussten die Minister?

Publiziert

Gehalt ohne TätigkeitAffäre Mossong: Was wussten die Minister?

LUXEMBURG - In der Affäre um einen Beamten, der ohne Gegenleistung bezahlt wurde, drängt sich die Frage auf: Was wussten die zuständigen Minister Biltgen und Modert?

Welche Kenntnis hatten die ehemaligen Minister für Hochschule und Kultur François Biltgen und Octavie Modert (beide CSV) davon, dass Jean-Paul Mossongs zwar ein Gehalt bezog, aber keine Aufgabe im Ministerium hatte?

Welche Kenntnis hatten die ehemaligen Minister für Hochschule und Kultur François Biltgen und Octavie Modert (beide CSV) davon, dass Jean-Paul Mossongs zwar ein Gehalt bezog, aber keine Aufgabe im Ministerium hatte?

Luxemburg hat einen neuen Verwaltungsskandal, der immer mehr Fragen bezüglich der politischen Verantwortung aufwirft. Am vergangenen Samstag berichtete das «Tageblatt» über den früheren Verwaltungsdirektor der Universität Luxemburg, Jean-Paul Mossong, der in den vergangenen 48 Monaten rund 469’000 Euro Gehalt aus der Staatskasse bezogen haben soll, ohne dafür eine Gegenleistung erbracht zu haben. Im Klartext: Mossong wurde rund vier Jahre lang als höherer Beamter beim Hochschulministerium bezahlt, hatte aber dort weder eine Aufgabe, noch erschien er offenbar auf seinem Arbeitsplatz.

Mossong war seit den 1990er Jahren als Verwaltungschef am damaligen «Cours Universitaire de Luxembourg» tätig und übernahm diese Aufgabe auch nach der Gründung der Universität Luxemburg im August 2003. Im Oktober 2007 wurde er aufgrund «strategischer Divergenzen» vom Verwaltungsgremium der Uni von seinem Posten entbunden. Er wurde dann von der damaligen Kulturministerin Octavie Modert (CSV) damit beauftragt, die Verwaltungsstruktur beim Amt für Denkmalschutz zu reorganisieren. Das Kulturministerium bestätigte am Mittwoch, dass Mossong zwischen Juni 2008 und Februar 2009 tatsächlich mit dieser Aufgabe betraut gewesen sei.

Was wussten Biltgen und Modert?

Was danach passierte, ist weiterhin unklar. Nach dem 1. März 2009 sei das Hochschulministerium wieder für Jean-Paul Mossong zuständig gewesen, heißt es in einer Pressemitteilung des Kulturministeriums. Dort heißt es, Mossong habe sich nach seiner Versetzung zwar beim Hochschulministerium zurückgemeldet, aber nie einen neuen Posten zugewiesen bekommen.

Welche Kenntnis die während dem besagten Zeitraum für Hochschule und Kultur zuständigen Minister François Biltgen und Octavie Modert (beide CSV) von der Sache hatten und welche Anordnungen sie bezüglich der Tätigkeit Mossongs gaben, ist bisher nicht bekannt.

Warum informierte Biltgen das Parlament falsch?

Denn schon 2012 war dem Rechnungshof aufgefallen, dass der Gehaltsposten des ehemaligen Verwaltungschefs der Uni im Haushalt aufgelistet wurde, ohne dass ersichtlich war, mit welcher Aufgabe er betraut war. Auf Nachfrage des zuständigen Kontrollausschusses soll François Biltgen den Abgeordneten schriftlich mitgeteilt haben, Jean-Paul Mossong sei wieder an der Universität beschäftigt - was aber nicht der Wahrheit entsprach.

Ein Umstand, der jetzt die Fragen aufwirft, was die Verantwortlichen an der Spitze der beiden Ministerien wussten und welche Anordnungen sie bezüglich Mossong gaben.

(mth/L'essentiel)

Deine Meinung