Das steckt dahinter – Afghaninnen zeigen ihre bunten Kleider

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Das steckt dahinterAfghaninnen zeigen ihre bunten Kleider

Auf Social Media protestieren Afghaninnen gegen das Regime der Taliban. Dazu posten sie Bilder von sich in ihrer traditionellen Kleidung.

Die afghanische Hauptstadt Kabul ist nach zwanzig Jahren in den Händen der radikalislamischen Taliban. Seit die Taliban in Kabul eingefallen sind, blickt die ganze Welt nach Afghanistan. Besonders, was mit den Rechten für Frauen im Land passieren wird, ist für viele Grund zur Sorge. Unter dem früheren Regime der Taliban durften Frauen nicht einmal zur Schule gehen. Das soll jetzt aber möglich sein – doch nur, wenn diese bestimmte Kleidervorschriften einhalten.

Obwohl die aktuelle Taliban-Regierung beteuert, dass Frauen eine prominente Rolle in der Gesellschaft einnehmen werden und ihr Regime «inklusiv» sein will, wie die «CNN» schreibt, wurden bereits Regeln erlassen, die das Gegenteil verheißen: So trennen graue Vorhänge in Klassenzimmern die Geschlechter voneinander und Frauen dürfen Universitäten nur mit Gesichtsverhüllung betreten.

Vor zwei Tagen haben vollverschleierte Frauen in den Straßen Kabuls für die Taliban demonstriert. Kürzlich machte auch ein Foto die Runde, das verhüllte Studentinnen an der Universität an einer Kundgebung in Kabul zeigte.

«Das ist die afghanische Kultur»

Um gegen die Taliban zu protestieren, posten jetzt plötzlich Afghaninnen auf der ganzen Welt Fotos von sich in ihrer traditionellen afghanischen Kleidung auf Social Media. Den Trend losgetreten hat laut «CNN» Dr. Bahar Jalali, ein ehemaliges Fakultätsmitglied der amerikanischen Universität in Afghanistan. Vor wenigen Tagen postet sie ein Bild von sich in traditioneller Kleidung und schreibt dazu: «Das ist die afghanische Kultur. Ich trage ein traditionelles afghanisches Kleid»:

In Bezug auf die Kleidervorschriften der Taliban schreibt sie: «In der Geschichte von Afghanistan hat sich keine Frau jemals so angezogen. Das ist der afghanischen Kultur fremd. Mit meinem Bild will ich informieren, bilden und die Falschinformationen, die von den Taliban verbreitet werden, korrigieren.»

Schließlich fordert sie auf: «Postet eure authentischen afghanischen Kleider. Zeigen wir der Welt, wie das echte Afghanistan aussieht.» Und die Leute folgen. Unter Hashtags wie #AfghanWomen und #DoNotTouchMyClothes (auf Deutsch: Fass meine Kleidung nicht an), posten zahlreiche Afghaninnen Fotos von sich in traditioneller Kleidung.

«So sieht eine afghanische Frau aus»

Die in Kanada lebende Journalistin Tahmina Aziz schreibt auf Twitter: «Ich trage mein traditionelles afghanisches Kleid mit Stolz. Es ist farbenfroh und schön. Nicht wie all die Bilder, die im Netz zirkulieren.»

Eine andere Userin teilt ihr Bild mit den Worten: «Das bin ich in afghanischer Kleidung, ein wunderschönes Kaleidoskop aus Farben, die unsere reiche Kultur und Geschichte teilen».

Auch Peymana Assad, eine britische Lokalpolitikerin, teilt ein Bild von sich. Dazu schreibt sie: «Unsere Traditionskleidung hat nichts mit den Dementor-Outfits zu tun, welche die Taliban den Frauen aufdrängen».

Auch «BBC»-Journalistin Sodaba Haidare zeigt sich in traditioneller afghanischer Kleidung und schreibt: «So sieht eine afghanische Frau aus. Wir lieben viele Farben. Sogar unser Reis ist bunt, genau wie unsere Flagge.»

Wie Shekiba Teimori, eine afghanische Aktivistin, zu «CNN» sagt, habe der Niqab lange vor dem Fall Kabuls existiert. «Doch das waren familiäre Entscheidungen, nicht die der Regierung.»

(L'essentiel/Johanna Senn)

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