«This is not Africa» – Airbnb-Host wirft schwarze Studentin Treppe hinunter

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«This is not Africa»Airbnb-Host wirft schwarze Studentin Treppe hinunter

Ein Streit zwischen einer Studentin aus Südafrika und dem Besitzer einer Airbnb-Wohnung in Amsterdam endet im Krankenhaus. Die Frau wirft dem Mann Rassismus vor, die Justiz ist eingeschaltet.

Die Justiz in den Niederlanden prüft eine Anklage wegen versuchten Mordes gegen den Besitzer einer Airbnb-Wohnung in Amsterdam. Der Mann hatte am Samstag eine Frau gewaltsam aus der Wohnung geworfen, als ein Streit zwischen den beiden um die Check-out-Zeit eskaliert war. Mit den Worten «This is not Africa» soll er sie rüde dazu aufgefordert haben, die Wohnung zu verlassen, dann schubste er die Südafrikanerin vor die Tür, wobei die Frau eine steile Treppe hinunterstürzte. Sibahle Nkumbi, eine Filmemacherin, die in der Schweizer Stadt Bern studiert, verlor das Bewusstsein und musste in ein Krankenhaus gebracht werden.

Eine Freundin von Nkumbi hat der Vorfall gefilmt. Auf dem Video ist zu hören, wie Nkumbi dem Mann sagt, er solle nicht «so emotional» reagieren. Er sagt mehrmals «raus», dann stößt er sie in Richtung Tür. Die junge Frau stürzt die Treppe hinunter und bleibt regungslos liegen. Der Wohnungsbesitzer rennt ihr hinterher, während er flucht und seine Frau auffordert, eine Ambulanz zu rufen. Kurz danach nahm die Polizei ihn fest.

Gehirnerschütterung und mehrere Wunden

«Als er nach mir griff, wusste ich, dass er mich die Treppe hinunterwerfen würde», erklärt Nkumbi in einem Youtube-Video nach dem Sturz. Zuvor soll der Mann bereits versucht haben, ihre Begleiterin hinabzustoßen. Diese konnte sich jedoch am Geländer festhalten. Nkumbi trug vom Aufprall eine Gehirnerschütterung sowie mehrere Wunden davon. Sie hält die Gewalttat des Niederländers für rassistisch motiviert. «So etwas habe ich noch nicht erlebt. Und ich bin aus Südafrika, wo der Rassismus überall sichtbar ist», sagt Nkumbi. «Du kommst nach Europa und wirst auf diese Art angegriffen – das habe ich nicht erwartet. Ein Teil von mir ist traurig. Ein anderer wütend.»

David King, Sprecher von Airbnb, äußerte sich gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters zum Vorfall: «Wir werden gegen dieses abscheuliche Verhalten strenge Maßnahmen ergreifen. Bei solch schlimmen Fällen werden wir Leute lebenslang von unserer Plattform verbannen. Niemand hat es verdient, so behandelt zu werden.»

(sen/L'essentiel/kle)

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