Nach Bin Ladens Tod – Al-Kaida hat einen neuen Anführer

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Nach Bin Ladens TodAl-Kaida hat einen neuen Anführer

Das Terrornetzwerk Al-Kaida hat den Ägypter Eiman al-Sawahiri zu seinem neuen Anführer bestimmt. Er folgt auf Osama Bin Laden.

Die Lücke nach dem Tod von Al-Kaida-Führer Osama Bin Laden ist geschlossen. Sein Stellvertreter, Eiman al-Sawahiri, ist der neue Chef des islamistischen Terrornetzwerks. Auf einer Website, die der Organisation nahesteht, heißt es, das «Generalkommando» von Al-Kaida habe nach ausführlichen Debatten beschlossen, dass al-Sawahiri der Nachfolger von Osama Bin Laden werden solle. Er solle als «Emir» der Organisation den «Heiligen Krieg» fortsetzen.

Al-Sawahiri, der in der kommenden Woche 60 Jahre alt wird, wurde in Ägypten als Sohn einer Familie der oberen Mittelklasse geboren. Sein Vater war Professor für Pharmakologie an der Universität von Kairo, sein Großvater Imam.

Als Favorit gehandelt

Er wurde zusammen mit Anwar al-Awlaki, der vor allem im Jemen die Geschicke des Terrornetzwerkes führt, als größter Favorit für die Bin-Laden-Nachfolge gehandelt. Die Ausstrahlung eines Bin Laden besitzen beide allerdings nicht. Deshalb haben Experten bezweifelt, dass ein ebenbürtiger Ersatz gefunden werde.

Al-Sawahiri ist aber die logische Wahl. Bereits zuvor galt er als operativer Chef von Al-Kaida. Mit seinem ideologischen Feuer, seinen organisatorischen Fähigkeiten und seinem strategischen Denken hielt er die Terrororganisation seit der US-Invasion in Afghanistan 2001 zusammen.

Unter seiner Führung könnte sich das Netzwerk noch weiter radikalisieren. Der Kampf gegen die USA ist ihm auch ein persönliches Anliegen, schließlich verlor er bei einem US-Luftangriff in der afghanischen Stadt Kandahar seine Frau und mindestens zwei seiner sechs Kinder.

Umstrittene Figur

Allerdings gilt Sawahiri auch als eher intellektueller Typ. Der 59-Jährige sei «weit weniger charismatisch als Bin Laden und innerhalb der Organisation auch nicht so respektiert», sagte ein hoher US-Regierungsvertreter der «New York Times». Der Ägypter werde es schwer haben, die Loyalität von Bin Ladens Anhängern in den Golfstaaten, die der Organisation Kämpfer, Geld und ideologische Unterstützung lieferten, aufrechtzuerhalten.

«Er hat einen negativen Ruf bei anderen dschihadistischen Gruppen», sagte der libysche Terroraussteiger Noman Benotman, einer der besten Kenner der Szene, zu CNN. Sawahiri hatte die Terrorkampagne im Irak, der zehntausende Muslime zum Opfer fielen, ideologisch gerechtfertigt, was dem Image von Al-Kaida schwer geschadet hat.

Erschwerend dürfte für Sawahiri hinzukommen, dass die jemenitische Fraktion der Al-Kaida rund um seinen «Mitbewerber» Anwar al-Awlaki mehr Einfluss innerhalb der Terrorgruppe verlangt. Der gebürtige Amerikaner al-Awlaki will zudem vermehrt westliche Ungläubige attackieren.

Mohammed Ibrahim Makkawi leitete seit Bin Ladens Tod als Übergangschef die Geschicke des Terrornetzes.

L'essentiel Online/aeg/dapd

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