Tokio 2020 – Algerischer Judoka wird für zehn Jahre gesperrt

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Tokio 2020Algerischer Judoka wird für zehn Jahre gesperrt

Weil er im Juli gegen einen israelischen Athleten hätte antreten müssen, verweigerte der Algerier Fethi Nourine die Teilnahme. Für diese Handlung wurde er für zehn Jahre gesperrt.

Bei den olympischen Spielen in Tokio wäre der algerische Judoka Fetih Nourine im Achtelfinale gegen den Israeli Tohar Butbul angetreten. Da er seine Teilnahme aus politischen Gründen zurückzog, um nicht gegen den israelischen Kontrahenten antreten zu müssen, hat die IJF (Internationale Judo Föderation) beschlossen, den Athleten sowie seinen Trainer für die nächsten zehn Jahre zu sperren. Dies gilt für alle Wettkämpfe, die von der Organisation ausgerichtet werden.

Dieses Verhalten steht laut er Internationalen Judo Föderation «im totalen Gegensatz zur Philosophie» des Verbandes. Die IJF (International Judo Föderation) suspendierte den Wettkämpfer sowie seinen Trainer Amar Benikhlef und leitete ihre Rückreise nach Algerien ein, wie «DW.com» schreibt.

Nicht das erste Mal

Nach seiner Rückkehr nach Algerien sagte der Athlet zu den Reporten: «Mein Trainer und ich haben die Entscheidung gemeinsam getroffen und ich bin stolz darauf», schreibt der «Palestine Chronicle». Es ist nicht das erste Mal, dass sich Nourine einem Kampf verweigert. Schon bei der Weltmeisterschaft 2019 weigerte er sich auf Grund seiner politischen Unterstützung für die Palästinenser im Nahostkonflikt gegen einen Israeli – auch dazumals schon Tohar Butbul – anzutreten.

Bereits im April hat die IJF den Iran wegen einer ähnlichen Situation für vier Jahre gesperrt. Bei diesem Fall ging es darum, dass der Iraner Saeid Mollaei von seinem Verband dazu gedrängt wurde, absichtlich zu verlieren, um im Finale nicht gegen einen israelischen Athleten antreten zu müssen. Moallei suchte nach diesem Vorfall, bei dem der Verband auch seine Familie bedrohte, Asyl in Deutschland wo er international unter der Flagge des Flüchtlingsteams antrat. In Tokio trat Mollaei für die Mongolei an – wo er seit Dezember 2019 eingebürgert ist.

(L'essentiel/Angela Rosser)

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