Seti@Home – Alien-Suche läuft weiter - von zu Hause aus
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Seti@HomeAlien-Suche läuft weiter - von zu Hause aus

Das SETI-Institut in Kalifornien hat den Betrieb seines Radioteleskops eingestellt. Doch auf vielen Privat-PCs wird weiter nach Spuren von außerirdischer Intelligenz gesucht.

Hallo, ist da jemand? - Der Betrieb des Allen-Teleskops in Kalifornien wurde eingestellt. (AP)

Hallo, ist da jemand? - Der Betrieb des Allen-Teleskops in Kalifornien wurde eingestellt. (AP)

Am Mittwoch wurde bekannt, dass das Allen-Teleskop in Nordkalifornien den Betrieb einstellen musste. Der Bundesstaat Kalifornien überweist vorerst keine Fördergelder mehr – eine Folge der weltweiten Finanzkrise. Wenn keine neuen Geldgeber gefunden werden, wird aus einer vorübergehenden Schließung das endgültige Aus für SETI.

Doch die wissenschaftliche Suche nach außerirdischer Intelligenz geht trotzdem weiter. Zumindest auf Tausenden Computern von privaten Nutzern, die ihre Rechenleistung kostenlos für die Suche zur Verfügung stellen. SETI@home laufe uneingeschränkt weiter, heißt es im Online-Forum auf der Website der Universität Berkeley, die das Freiwilligen-Projekt koordiniert.

Weltweiter Rechnerverbund

In einem Frage-und-Antwort-Katalog wird darauf hingewiesen, dass SETI@home aktuell keine Daten des Allan-Teleskop-Verbundes nutze und auch finanziell nicht vom SETI-Institut in Kalifornien abhängig sei. Die aus dem Weltall aufgezeichneten Radiosignale werden vom weltweiten Rechnerverbund auf auffällige Muster hin untersucht – die gesamte Rechenleistung beträgt laut Wikipedia-Eintrag fast 700 Tera-Flops.

Am Allen-Teleskop in Nordkalifornien waren 42 Schüsseln im Einsatz, die das 1960 gegründete SETI-Institut (Suche nach extraterrestrischer Intelligenz) zum Aufspüren ausserirdischer Signale verwendete. Neben staatlichen Mitteln gab es auch Geld von privaten Gönnern. Paul Allen, neben Bill Gates Mitbegründer von Microsoft und einer der reichsten Männer der Welt, hatte 2004 mehr als 13 Millionen Dollar für den Ausbau des Radioteleskops gespendet. Der langjährige Science-Fiction-Fan hatte das Projekt zuvor schon mit über 11 Millionen Dollar unterstützt.

«Bewohnbare Zonen»

SETI durchsucht systematisch die Strahlung aus dem Kosmos im Radiowellenbereich nach künstlichen Signalen. Das Institut hofft, das Teleskop bald wieder in Betrieb nehmen zu können – dazu brauche es aber Spenden. Laut dem SETI-Vorsitzenden Tom Pierson werden in den kommenden zwei Jahren fünf Millionen Dollar gebraucht, um das Projekt am Laufen zu halten.

Instituts-Chefin Jill Tarter sagte, dass gerade die kommenden Monate für Beobachtungen sehr wichtig seien. Das Kepler-Teleskop habe jüngst 1235 mögliche neue Planeten gesichtet, von denen sich einige in einer «bewohnbaren Zone» befinden. Die Suche nach Signalen müsse fortgesetzt werden.

L'essentiel Online/20min.ch/sda

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