Steuerreform – Alleinerzieher zahlen zu viele Steuern, klagt CGFP

Publiziert

SteuerreformAlleinerzieher zahlen zu viele Steuern, klagt CGFP

LUXEMBURG - Die Beamtengewerkschaft CGFP kritisiert, dass Alleinerzieher bis zu 2,5-mal mehr Steuern zahlen als verheiratete Ehepaare. Die Steuerklasse 1A gehöre abgeschafft.

Für alleinerziehende Mütter und Väter bleibt Ende des Monats oft nicht viel übrig.

Für alleinerziehende Mütter und Väter bleibt Ende des Monats oft nicht viel übrig.

«Was auch immer geschieht: Heiraten Sie, lassen Sie sich niemals scheiden und hoffen Sie vor allem darauf, dass Sie der Tod verschont!», so lautet das Fazit, das die Beamtengewerkschaft CGFP über die Steuerreform der Regierung zieht. Die Vertreter des öffentlichen Dienstes prangern vor allem die «doppelte Bestrafung» für alleinerziehende Mütter und Väter, eine ungerechte Steuerklasse und weniger steuerliche Abzüge an.

Nach einem Todesfall oder einer Scheidung bleibt der Ehepartner für drei Jahre in der Steuerklasse 2 und wird ab dem vierten Jahr in die Steuerklasse 1A eingeteilt. «Das ist praktisch gleich mit der Steuerklasse 1, die für ledige Steuerpflichtige angewandt wird», kritisiert die CGFP in einem Communiqué. Laut den Berechnungen der Gewerkschafter zahlen Alleinerziehende auf diese Weise 1,5- bis 2,5-mal mehr Steuern als verheiratete Paare mit oder ohne Kindern, obwohl 46,6 Prozent dieser Familien unterhalb der Armutsgrenze leben.

Die CGFP untermauert diese «Absurdität» mit Beispielen. Eine alleinerziehende Mutter, die im Gesundheitssektor oder als Sozialarbeiterin beschäftigt ist (bei 19,8 Prozent der Alleinerzieher-Haushalte ist dies der Fall, Anm.) und über ein zu versteuerndes Einkommen von 55.000 Euro verfügt, muss 11.143 Euro an Steuern zahlen. Gleichzeitig muss ein Ehepaar mit dem selben Haushaltseinkommen nur 5045 Euro bezahlen. Pro Monat beläuft sich die Differenz auf 508 Euro.

Weniger Steuerabzüge

Diese «Steuerungerechtigkeit» setze sich auch im System der Steuerabzüge und -nachlässe fort. Die Schwelle der absetzbaren Beträge bewegt sich zwischen 3930 und 6380 Euro pro Jahr und Person, die in einem Haushalt lebt. Beide Ehepartner können davon profitieren, während hingegen eine allein lebende Mutter oder ein allein lebender Vater die Abzüge nur einfach geltend machen können.

Bestimmte Steuerpflichtige können von einer Steuergutschrift für Alleinerzieher (CIM) von 750 Euro pro Jahr profitieren. Diese Gutschrift wird aber, so die CGFP, nur dann in vollem Umfang gewährt, wenn, der alleinerziehende Elternteil weniger als 160 Euro Unterstützung pro Monat für seine Kinder erhält. «Der Betrag ist schon für ein einziges Kind minimal, bei zwei Kindern umso mehr», so die Beamtengewerkschaft. Die Reform sieht eine Verdopplung des CIM vor, «doch für die Mehrheit der Alleinerziehenden bleibt dies eine Fata Morgana, da sie auf alle Fälle keinen Anspruch darauf haben».

Die CGFP fordert die Aufhebung der Steuerklasse 1A zugunsten der Klasse 2 und fordert einen zusätzlichen Freibetrag für alleinerziehende Elternteile für Steuernachlässe und -abzüge.

(L'essentiel)

Deine Meinung