Fahrradfahrt auf Brückenträger: Alles für Tiktok: Sportler fährt beinahe in den Tod

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Fahrradfahrt auf BrückenträgerAlles für Tiktok: Sportler fährt beinahe in den Tod

Ein Tiktok-Star veröffentlichte ein Video, in dem zu sehen ist, wie er einen Brückenträger in Interlaken befährt. Diese Woche findet dort auch der Go Pro Creator Summit statt.

von
Zoé Stoller

Antoni Villoni fuhr über die Eisenbahnbrücke über die Aare.

20min/News-Scout

Ein Video eines französischen Tiktokers machte am Dienstag die Runde. Darin ist zu sehen, wie er mit einem Fahrrad auf dem Träger der Brücke zwischen Interlaken Ost und West fährt. Der Extremsportler zeigt, wie er auf die Träger hinaufsteigt und gefährlichen Leitungen nahekommt, während ein Zug unter ihm durchfährt. Beim Mountainbikefahrer handelt es sich um Tiktok-Star Antoni Villoni, der zwei Millionen Follower hat.

Der Franzose lud ein Video seiner Fahrt auf Tiktok und Instagram und erntete dabei sowohl Anerkennung als auch Kritik. In der Beschreibung markierte Villoni die Firma Go Pro in einem Hashtag, die diese Woche gerade den «Go Pro Creator Summit» in Interlaken durchführt und ihr neuestes Produkt bewirbt. Go Pro kommentierte Villonis Video auf Instagram mit den Worten: «Wir haben dich zehn Minuten alleine gelassen …»

Zum «Berner Oberländer» sagt Go Pro: «Die Aktion erfolgte unabhängig vom Go Pro Creator Summit und war in keiner Weise durch uns gesponsert, befürwortet oder angewiesen.» Die Frage, ob der Radlenker ein offizieller Teilnehmer des Summit war, ließ die Medienstelle von Go Pro unbeantwortet.

Interlaken Tourismus likte das Video auf Instagram

Interlaken Tourismus hinterließ unter Villonis Video ein Herzchen. Als die Organisation darauf hingewiesen wurde, entfernte die Tourismus-Organisation Interlaken (TOI) das Herzchen am Mittwochnachmittag. Daniel Sulzer, TOI-Direktor, sagt zum «Berner Oberländer»: «Go Pro, Schweiz Tourismus und Interlaken Tourismus distanzieren sich klar von dieser Aktion und verurteilen diese.» Weiter sagt Sulzer, die riskante Fahrt sei «illegal» und als «Extremsportart» einzustufen. 

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Zentralbahn will Anzeige erstatten

Bei der Zentralbahn, der die Anlage gehört, ist man über die unbewilligte Aktion verärgert. «Es handelt sich um unerlaubtes Betreten des Bahnbetriebsgebiets. Entsprechend verurteilen wir diese Aktion», sagt Thomas Kaiser, Kommunikationschef der Zentralbahn. «Wir stufen diese Aktion als gefährlich ein und werden Anzeige erstatten», so Kaiser. 

Auf Facebook erntet Villoni derweil – anders als auf Tiktok – Kritik. Zahlreiche Facebook-Userinnen und -User ärgern sich über die riskante Aktion: «Warum macht man so etwas und riskiert sein Leben?», kommentiert eine Nutzerin beispielsweise. «So etwas sollte man gar nicht posten. Das ist dümmer als dumm», schreibt ein anderer Nutzer. 

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