Einwanderung – «Alles, was ich habe, ist hier in Luxemburg»

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Einwanderung«Alles, was ich habe, ist hier in Luxemburg»

LUXEMBURG – Sie sind gekommen, um ihr Glück zu suchen – und waren oftmals erfolgreich: In Luxemburg ist jeder fünfter Einwohner portugiesischer Herkunft.

Derzeit ist jeder fünfter Einwohner in Luxemburg aus portugiesischer Herkunft. Zwar ist die Suche nach einer Arbeitsstelle die Hauptmotivation zur Auswanderung, jedoch bleibt die Rückkehr ins Heimatland ein «Mythos».

Derzeit ist jeder fünfter Einwohner in Luxemburg aus portugiesischer Herkunft. Zwar ist die Suche nach einer Arbeitsstelle die Hauptmotivation zur Auswanderung, jedoch bleibt die Rückkehr ins Heimatland ein «Mythos».

Editpress/Isabella Finzi

«Wie es um die Integration in Luxemburg steht? Sehr gut. Nicht nur gut, sondern sehr gut», meint Aires Lopes, Betriebsleiter eines portugiesischen Restaurants in Esch/Alzette. Der Siebzigjährige kam 1975 von Portugal nach Luxemburg, um im Bausektor zu arbeiten. Heute sagt er, dass er das Land nie verlassen werde: «Alles, was ich habe, ist hier.» In den 60er Jahren haben viele Portugiesen ihre von Wirtschaftskrisen geschüttelte Heimat verlassen, um sich 2000 Kilometer nördlich Arbeit zu suchen. Luxemburg empfing diese Menschen, die zur wirtschaftlichen Entwicklung des Landes beitrugen, mit offenen Armen.

Laut dem Nationalamt für Statistik sind 96.800 der 590.700 Luxemburgers Portugiesen. Das ist jeder Fünfte und damit «ganz bestimmt der höchste Anteil an Portugiesen im Vergleich zur einheimischen Bevölkerung», sagt José Antonio Coimbra de Matos, Präsident des Vereins der portugiesischen Gemeinschaft Luxemburgs (CCPL).

Der Mythos von der Rückkehr

Zwar stellt die Arbeitssuche den Hauptgrund der großen Auswanderung dar, aber die Rückkehr nach Portugal sei ein «Mythos», sagt Paolo Oliveira, Angestellter in der Metzgerei Brill in Esch/Alzette :«Alle behaupten das Gleiche: Sobald ich in Rente bin, ziehe ich von hier weg! Aber das stimmt nicht.» Der Luxemburger Betrieb trägt übrigens die Farben der Flagge Portugals. «Als Rentner werde ich für längeren Zeiten nach Portugal reisen, aber ich werde Luxemburg nie endgültig verlassen», sagt der Metzger.

In der Felser Umgebung im Zentrum Luxemburgs stellen Portugiesen die Hälfte der Einwohner. «Die Leute meiner Generation haben fast alle die Luxemburger Staatsangehörigkeit angenommen», sagt Myriam. Die Krankenpflegerin lebt seit ihrer Kindheit in Fels und spricht die drei offiziellen Sprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch fließend. Laut der stellvertretenden Bürgermeisterin Natalie Silva gibt es hier «keine Probleme» mit Abschottung.

(Nicolas Chauty/L’essentiel)

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