Historischer Präzedenzfall – Als die CSV 1974 in die Opposition ging

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Historischer PräzedenzfallAls die CSV 1974 in die Opposition ging

LUXEMBURG - Zum ersten Mal seit fast 40 Jahren könnte die CSV nicht in die Regierung kommen. Dies war in der Nachkriegsgeschichte bisher nur ein einziges Mal der Fall.

Die Regierung Thorn-Vouel-Berg beim Regierungsantritt am 15. Juni 1974. Die Regierung sollte anschließend zwei Mal umgebildet werden.

Die Regierung Thorn-Vouel-Berg beim Regierungsantritt am 15. Juni 1974. Die Regierung sollte anschließend zwei Mal umgebildet werden.

Nur ein einziges Mal seit 1945 gab es in Luxemburg bisher eine Regierung ohne CSV-Beteiligung, so wie es jetzt absehbar ist. Auch der Wahlausgang war vergleichbar mit jenem am gestrigen Sonntag: Es fand eine Machtverschiebung zu Gunsten der DP statt, die CSV galt als Verlierer, obschon sie mit 29,9 Prozent der Stimmen als stärkte Partei aus der Wahl hervorging.

Bei den Parlamentswahlen 1974 verloren die Christlich-Sozialen unter Premier Pierre Werner drei Sitze, die DP unter deren Spitzenkandidat Gaston Thorn gewann gleichzeitig drei Sitze, während die LSAP trotz dem Verlust eines Sitzes ihre Position im Parlament weitgehend stabil halten konnte.

Unter Gaston Thorn als Premierminister bildet die DP eine Koalitionsregierung mit der LSAP, der vier DP-Minister, vier LSAP-Minsiter, sowie ein DP- und zwei LSAP-Staatssekretäre angehörten. Die Regierung sollte zwei Mal umgebildet werden, ein Mal 1976, als Vize-Premier Raymond Vouel die Regierung verließ um Mitglied der EU-Kommission zu werden und ein weiteres Mal 1977, als Wirtschaftsminister Marcel Mart zum Europäischen Rechnungshof wechselte.

(L'essentiel Online/mth)

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