Pflege – Alzheimer-Patienten suchen Unterstützung
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PflegeAlzheimer-Patienten suchen Unterstützung

LUXEMBURG - Im Großherzogtum gibt es fast keine auf Alzheimerpatienten spezialisierte Einrichtung. Dabei werde das Thema immer dringlicher, sagt der Alzheimer-Verband.

6500 Menschen sind in Luxemburg an Alzheimer erkrankt.

6500 Menschen sind in Luxemburg an Alzheimer erkrankt.

Die «Association luxembourgeoise Alzheimer» (ALA) hat am Montag ihr frisch renoviertes Pflegezentrum «Gënzegold» in Dahl wiedereröffnet. Die Organisation nutzte die Gelegenheit, um darauf aufmerksam zu machen, dass es nur sehr wenige Einrichtungen für Menschen mit Alzheimer gebe. In Luxemburg seien 6500 Menschen von der Krankheit betroffen - das sind 1,3 Prozent der Bevölkerung, erklärt die ALA. Im Alter von 65 Jahren wären sogar mehr als drei Prozent der Menschen von Demenz betroffen. Und diese Zahl sei in den vergangenen 80 Jahren um zehn Prozent gewachsen. Die Herausforderung sei also groß - aber ihr könnten sich nur wenige, spezialisierte Institutionen stellen.

Das Pflegeheim «Beim Goldknapp» in Erpeldingen ist die einzige Einrichtung im ganzen Land, die sich auf Demenz spezialisiert hat. Es gibt 116 Plätze, mehr als 300 Menschen stehen auf der Warteliste. Sechs «Foyers de Jour» sollen vor allem den Familien der Patienten Möglichkeiten eröffnen. Das Haus sei nicht für eine umfassende Pflege gedacht. Dazu gebe es die Seniorenheime, sagt Lydia Diederich von der ALA. «Mehr als 50 Prozent der Menschen in den Pflegeheimen haben Demenz.»

Darüber hinaus hat die Betreuung im Altenheim auch ihren Preis. Selbst wenn die Pflegeversicherung die Pflege zahlt, kostet allein die Unterkunft monatlich oft mehr als 2000 Euro. Während auf eine Lösung dieser Probleme gewartet wird, versucht das Familienministerium vor allem die betroffenen Familien zu informieren. Im Oktober soll eine neue Webseite zum Thema Demenz verfügbar sein: vivreavecunedemence.lu

(Thomas Holzer/L'essentiel)

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