Corona-Krise – «Am Ende» – Krankenhaus Metz schlägt Alarm

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Corona-Krise«Am Ende» – Krankenhaus Metz schlägt Alarm

METZ/THIONVILLE – Das Gesundheitssystem des Département Moselle befindet sich in einer besorgniserregenden Situation. Das CHR ist am Ende seiner Kapazität angekommen.

Die Krankenhäuser rund um Metz und Thionville schlagen Alarm.

Die Krankenhäuser rund um Metz und Thionville schlagen Alarm.

AFP/Jean-Christophe Verhaegen

«Wir sind am Ende unserer Kapazitäten.» Dieser Hilferuf kommt von Marie-Odile Saillard, der Generaldirektorin des regionalen Krankenhauses Metz-Thionville (CHR). In ihrem Krankenhaus wird die Situation zusehends kritischer.

Der Zustrom von Patienten, die mit dem Coronavirus infiziert sind, hält nicht nur an – er wächst in großem Maße. Am Montag wurden 871 Covid-19-Kranke in das CHR eingeliefert. Davon mussten 170 auf die Intensivstation. Das ist mehr als doppelt so viel wie in der Vorwoche. «Die Situation aller Krankenhäuser im Departement Moselle ist unhaltbar. Wir müssen die Patienten umverteilen», sagt Saillard.

Nach Ansicht der Direktorin sollten mindestens zwölf Patienten pro Tag in andere Kliniken verlegt werden. Nur so sei der Zustrom neuer Patienten zu bewältigen. Elf Menschen mit Covid-19 sind bereits nach Bordeaux, vier nach Deutschland gebracht worden. «Das reicht aber nicht aus Wir können nicht mehr leisten. Wir haben bereits sämtliche Ressourcen ausgeschöpft», erklärte sie beim Sender BFMTV.

Hilft Luxemburg wieder aus?

Am Sonntag ist zudem ein 50 Jahre alter Arzt, der in dem Krankenhaus arbeitet, verstorben. Auch er hatte sich mit dem Coronavirus infiziert. Die Region Grand Est gilt ist einer der europaweiten Hotspots der neuartigen Lungenkrankheit. Das Département Moselle ist dort nach Haut-Rhin das am zweitstärksten betroffen.

«Bisher haben wir wenig zu unserer Lage gesagt, weil sich das Elsaß in einer noch dramatischeren befand. In drei oder vier Tagen sind wir jetzt aber in der selben Situation.»

Luxemburg hat aus dem Elsaß in den vergangenen Tagen Patienten aufgenommen. Ob nun weitere aus den grenznahen Départements hinzukommen, muss die Regierung beantworten.

(th/L'essentiel)

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