In Thüringen – Am Mittwoch heißt es: Ramelow gegen Höcke
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In ThüringenAm Mittwoch heißt es: Ramelow gegen Höcke

Links gegen rechts: Die Kandidaten für den zweiten Versuch, einen Ministerpräsidenten in Thüringen zu wählen, sind aufgestellt.

Björn Höcke, Fraktionsvorsitzender der AfD im Thüringer Landtag.

Björn Höcke, Fraktionsvorsitzender der AfD im Thüringer Landtag.

DPA/Martin Schutt

Bei der Ministerpräsidentenwahl an diesem Mittwoch in Thüringen prallen zwei Politiker aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Der Frontmann der Thüringer Linken Bodo Ramelow muss sich bei der geheimen Abstimmung im Landtag AfD-Rechtsaußen Björn Höcke stellen. Kurz vor Fristende am Montag kündigte die AfD-Fraktion an, dass Höcke und damit der Wortführer des rechtsnationalen Flügels bei der Wahl antritt. Es ist bereits der zweite Versuch innerhalb eines Monats, in Thüringen zu einer Regierung zu kommen. Höckes Kandidatur könnte die Fronten im Landtag zu Gunsten Ramelows klären. Die AfD zielt auch gar nicht auf den Linken, sie hat CDU und FDP im Visier.

«Sollte Bodo Ramelow am kommenden Mittwoch mehr als die 42 Stimmen des rot-rot-grünen Lagers erhalten und als Ministerpräsident gewählt werden, soll für jeden Betrachter klar sein, dass diese Stimmen nicht von der AfD kamen», erklärte der parlamentarische Geschäftsführer der Thüringer AfD-Fraktion, Torben Braga. Werde Ramelow Regierungschef, hätten CDU und FDP «ihr Versprechen gebrochen, Ramelow nicht zu wählen und ein Fortbestehen von Rot-Rot-Grün nicht zu ermöglichen».

« Taktische Spielchen »

Dass die AfD-Fraktion jetzt Höcke antreten lasse, sei «folgerichtig und logisch», sagte Bundesparteichef Jörg Meuthen der Deutschen Presse-Agentur. Der Bundesvorstand der AfD sei in diese Entscheidung nicht eingebunden gewesen. FDP-Chef Christian Lindner bezeichnete die Kandidatur gegenüber der «Rheinischen Post» als «taktisches Spielchen» und signalisierte, dass die Freien Demokraten weder Ramelow noch Höcke wählen können.

Mit ihrem Schachzug, Höcke in die Wahl zu schicken, setzt die AfD Christdemokraten und Liberale unter Druck. Deren Fraktionen hatten auch nach dem Debakel um die Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich öffentlich betont, dass sie Ramelow nicht aktiv ins Amt wählen wollen.

(L'essentiel/dpa)

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