In Luxemburg – Amateursportler müssen Einkünfte angeben

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In LuxemburgAmateursportler müssen Einkünfte angeben

LUXEMBURG – Egal ob man im Schwimm-Verein aktiv ist oder in der BGL-Ligue Fußball spielt. Viele Amateursportler des Landes haben Post von der Steuerverwaltung bekommen.

Spieler der BGL-Ligue und andere Amateursportler erhielten Post von der Steuerverwaltung.

Spieler der BGL-Ligue und andere Amateursportler erhielten Post von der Steuerverwaltung.

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Viele Amateursportler im Großherzogtum dürften beim Blick in den Briefkasten eine böse Überraschung erlebt haben. In einem Schreiben von der Steuerverwaltung werden sie aufgefordert, alle Einnahmen aus ihrer sportlichen Tätigkeit anzugeben. Die Verwaltung hat sich dabei nicht nur auf den Fußball beschränkt, wo das meiste Geld fließt, sondern das Schreiben auch an Basketballer, Handballer, Leichtathleten, Schwimmer, Trainer und sogar an die Helfer in den Vereinen geschickt.

«Auch Spieler in unseren Nachwuchsmannschaften, die noch überhaupt nichts mit der ersten Mannschaft zu tun haben, sind angeschrieben worden», erklärt ein Handballer. Der Fiskus hat damit zweifelsohne eine Großoffensive gestartet, die einer Inventur des Luxemburger Sport gleichkommt. Während Profis ihre Einnahmen versteuern müssen, kommen viele Amateursportler ungeschoren davon – auch wenn einige pro Monat mehrere tausend Euro und/oder Sachleistungen (Handyverträge, Autos) von den Vereinen bekommen.

Aufgrund des Briefs haben viele Clubs ein Informationstreffen organisiert. Das Rundschreiben zielt auf Einkommen im kulturellen, sozialen und sportlichen Bereich. Demnach müssen alle Einkünfte angegeben werden. Der Freibetrag liegt bei 5000 Euro pro Jahr. Für die meisten Amateursportler stellt es also kein Problem dar, andere werden tief in die Tasche greifen müssen, da die Verwaltung drei Jahre rückwirkend Steuern erheben kann.

(Saïd Kerrou und Nicolas Martin/L'essentiel)

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