Kampf gegen den Terror – Amerikaner zerstören Millionenvermögen des IS

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Kampf gegen den TerrorAmerikaner zerstören Millionenvermögen des IS

Mit mehreren Luftangriffen haben die USA Gelddepots der Terrorgruppe Islamischer Staat zerstört. Dabei setzten sie auf eine neue Taktik.

Den USA ist nach eigenen Angaben ein wichtiger Schlag gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gelungen. Der stellvertretende Kommandant der amerikanischen Truppen im Irak, Generalmajor Peter Gersten, sprach gegenüber Journalisten von mehreren Luftschlägen gegen Geldreserven der Miliz. Dabei sollen bis zu 800 Millionen Dollar zerstört worden sein, wie die BBC berichtet.

2014 bezeichneten die Amerikaner den IS als die «bestfinanzierte Terrororganisation», mit der sie es je zu tun gehabt hätten. Auf über zwei Milliarden US-Dollar wurde das Vermögen geschätzt, unter anderem dank Ölfeldern, die der IS unter seine Kontrolle gebracht hatte. Durch Gebietsverluste und Angriffe auf diese Ölfelder sowie die Schläge auf die Geldlager ist der IS laut der BBC zuletzt aber in Geldnot geraten.

Wie US-Offizier Gersten sagte, haben die US-Geheimdienste Hinweise darauf, dass die Terrororganisation begonnen hat, Material, zum Beispiel Fahrzeuge, zu verkaufen, um neue liquide Mittel zu generieren. «Wir sehen Risse in ihrer Moral, wir sehen ihre Zahlungsprobleme, wir sehen ihre Unfähigkeit zu kämpfen, wir sehen, wie Kämpfer auf jede erdenkliche Weise versuchen, den IS zu verlassen», zeigte sich Gersten optimistisch.

Neue Taktik zur Vermeidung ziviler Opfer

Die USA standen zuletzt immer wieder in der Kritik, weil ihre Drohnen-Angriffe nicht die erhofften Menschenleben gerettet hatten. Nun wandten die Amerikaner bei einem der Angriffe auf ein Gelddepot des IS in der Stadt Mosul im Nordirak eine neue Taktik an, die sie von Israel übernommen haben: Vor dem eigentlichen Angriff auf ein Gebäude wird eine Rakete über dem Ziel zur Explosion gebracht, um die Zivilisten darin zu warnen und dafür zu sorgen, dass sie fliehen. Erst danach wird das Ziel tatsächlich ins Visier genommen.

Laut CNN bestätigte Gersten, dass die US-Truppen diese Taktik von den Israelis abgeschaut hatten. Ob aber israelische Militärs die US-Streitkräfte ausgebildet hatten, kommentierte er nicht. Zum Thema wurde diese so genannte Knock-Operation, weil in dem Haus in Mosul auch regelmäßig eine Frau und Kinder ein- und ausgingen. «Als wir einen Weg gesucht haben, die zivilen Personen aus dem Haus zu bekommen, hat einer unserer Experten diese Methode vorgeschlagen», sagte der Offizier.

Gersten erklärte allerdings auch, dass die Knock-Operation nur teilweise erfolgreich war. Überwachungsvideos würden zeigen, dass viele Personen aus dem Gebäude geflohen seien, mindestens eine Frau sei aber wieder zurückgekehrt und wahrscheinlich Opfer des Angriffs geworden.

(L'essentiel/ofi)

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